Auf der Werft keimt Hoffnung

Nordic-Werft in Warnemünde: Betriebsräte hoffen, dass beide Standorte etwas von dem Auftrag abbekommen.imago
Nordic-Werft in Warnemünde: Betriebsräte hoffen, dass beide Standorte etwas von dem Auftrag abbekommen.imago

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01. März 2010, 08:02 Uhr

Rostock/Moskau | Die Hoffnungssignale werden deutlicher: Nach mehr als zwei Jahren Auftragsflaute ist bei den existenzbedrohten Nordic-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde eine möglicherweise rettende Bestellung eingegangen. Der russische Bergbau-Konzern Norilsk Nickel gab bei Nordic Yards einen eisbrechenden Spezialtanker in Auftrag. Es gehe um ein Volumen von 100 Millionen Euro, bestätigte gestern eine Sprecherin von Nordic-Eigentümer Witali Jussufow. Der Vertrag steht allerdings noch unter dem Vorbehalt eines Finanzierungskonzepts.

Der rund 170 Meter lange und 23 Meter breite Tanker "Nordic AT 19" soll im September 2011 ausgeliefert werden. Baubeginn ist am 1. Juli dieses Jahres in Wismar. Zur Art der Finanzierung wollte Nordic zunächst keine Angaben machen. "Dazu herrscht noch Stillschweigen", sagte Jussufows Sprecherin Tina Mentner. Der neue Auftrag sei der größte für die deutsche Werftbranche seit Anfang 2009, sagte Gerhard Carlsson vom Verband für Schiffbau und Meerestechnik in Hamburg.

Die beiden Transfergesellschaften der seit Juni 2009 insolventen Wadan-Werften, aus denen die heutigen Nor dic Yards hervorgingen, sollen nach derzeitigem Stand Ende März auslaufen. Das Land MV hatte eine Anschlussfinanzierung von neuen Aufträgen abhängig gemacht. Diese Bedingung sei nun erfüllt, meinte der Rostocker Ex-Wadan-Betriebsrat Harald Ruschel. "Das ist ein gutes Signal, das wir in Richtung Landesregierung gebraucht haben." Der Weg für eine Transfer-Verlängerung bis Ende Juli sei jetzt frei. Es bleibe aber unklar, ob neben Wismar auch der Standort Warnemünde von dem russischen Auftrag profitieren könne. "Jussufow hat alle Kritiker eines Besseren belehrt. Wir hoffen aber, dass beide Standorte etwas davon haben", sagte Ruschel. Unklar ist allerdings, ob neben Wismar auch der Standort Warnemünde profitiert.

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