Auf der Suche nach leeren Containern

In der Bäckerstraße steht kein Schmuckstück: Es gibt aber freie Kapazität.
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In der Bäckerstraße steht kein Schmuckstück: Es gibt aber freie Kapazität.

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29. Juni 2010, 11:09 Uhr

Wittenberge | Schnell noch das abgelaufene Programmheft zu den längst durchgelesenen Zeitschriften gepackt, den leeren Pappkarton vom Vogelfutter Platz sparend gefaltet und los geht es zum Papiercontainer: Der "Prignitzer" testete gestern früh, wie es Otto-Normal-Wittenberger ergeht, wenn er an einem Montagmorgen sein Altpapier möglichst unkompliziert entsorgen möchte.

Überfüllte Behältnisse seien die Ausnahme. Die Situation habe sich entspannt, so hatte Andreas Much als zuständiger Sachbereichsleiter Abfallwirtschaft beim Landkreis Prignitz nach mehrfachen Kritiken auch aus Wittenberge unserer Zeitung gesagt.

Der "Prignitzer" traf gestern zwischen 8 und 9 Uhr morgens sowohl auf Belege dafür, dass es mit der Entsorgung klappt, wie auch auf Beispiele dafür, wie es nicht (mehr) sein soll.

Containerstellplatz Krahenstückenweg: Ein blaues Behältnis steht hier, und das ist einfach nur voll.

Das Papier bleibt im Kofferraum. Weiter geht die Fahrt in den Gehrenweg. In einen der beiden dortigen Container passt nichts mehr rein. In den anderen könnte man mit einiger Kraft noch etwas pressen. Während der Redakteur noch überlegt, kommt ein Fahrradfahrer, besieht sich die Sache, greift einen Stapel Zeitungen aus seiner Beuteltasche und stopft sie in den blauen Behälter. Nun geht auch hier nichts mehr. "Die Container reichen einfach nicht aus. Zwei Stück mehr, und wir hätte keine so großen Probleme", sagt Horst Dietrich. Er wohnt im Falkensteig, weiß, "dass es hier immer wieder Probleme gibt".

Die nächste Station ist das blaue Behältnis in der Straße der Freiheit. Hier wird Otto-Normal-Wittenberger sein Altpapier ohne Kraftanstrengung los. Zuvor muss er allerdings dem wohl in der letzten Nacht umgeworfenen Altkleidercontainer ausweichen.

Weiter geht die Testfahrt Richtung Wahrenberger Straße, wo hinterm Kaufland gleich fünf Altpapierbehälter stehen: Und alle sind an diesem Morgen bis an die Einwurfschlitze vollgestopft. Wer seine Pappkartons nicht mehr in den Container pressen konnte, hat sie einfach davor gestellt. Hinter den Behältern sieht es noch schlimmer aus. Jemand hat sein Geschirr entsorgt: prima Kuchenteller und Untertassen gibt es da. Daneben eine Plasteschale mit faulenden Kartoffeln.

Die Testfahrt führt Richtung Packhof: Der ziemlich herunter gekommene Behälter in der Bäckerstraße hat noch einen leeren Bauch. Vielleicht liegt es daran, dass ringsherum kaum noch Leute leben. Wer fährt hier schon durch?

In der Karlstraße hat die Entsorgerfirma mit Sitz in Falkenhagen auf die auch im "Prignitzer" geäußerte Kritik reagiert und den heruntergekommenen Behälter durch ein neues Exemplar ausgetauscht. Auch hier hätte man gestern früh noch jede Menge Altpapier entsorgen können.

Andreas Much weiß um die Probleme, "die es hier und da immer mal gibt". Das sei systembedingt und beziehe sich dann auf einzelne Standorte bei erhöhtem Aufkommen. Grundsätzlich würden hier in der Stadt aber alle Behältnisse dreimal die Woche vom Entsorger angefahren und entleert.

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