Auf den Wind kommt es an

Erfinder Andreas Klauck ist der erste Ingenieur in Mecklenburg-Vorpommern mit seinen Kleinwindanlagen. zvs
Erfinder Andreas Klauck ist der erste Ingenieur in Mecklenburg-Vorpommern mit seinen Kleinwindanlagen. zvs

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09. November 2010, 10:27 Uhr

Gadebusch | Hausbesitzer im Nordwesten können auf die Kraft des Windes setzen. Erfinder Andreas Klauck ist der erste Ingenieur in Mecklenburg-Vorpommern, der jetzt solche Anlagen auf dem Firmengelände vorgestellt. Die Leistung dieser Anlagen soll über dem Verbrauch eines Einfamilienhauses liegen. Nach Angaben des Herstellers sind sie preiswert und einfach zu montieren. Der Vorteil vertikaler Anlagen - sie sind fast geräuschlos und drehen sich auch schon bei geringem Wind. Allerdings haben sie nicht so einen hohen Wirkungsgrad wie horizontale Windräder.

Andreas Klauck geht bei seiner Erfindung von einer Amortisationszeit von acht Jahren aus. Für Thomas Endelmann vom Bundesverband Kleinwindanlagen allerdings ein sehr ambitioniertes Ziel: "Habe ich einen sehr, sehr guten Windstandort und sehr viele Volllaststunden, in denen die Anlage auch die volle Leistung bringt, und kann ich diesen Strom, den ich dort produziere, auch zu hundert Prozent selbst nutzen, dann ist aus meiner Sicht eine Amortisationszeit von zehn bis zwölf Jahren realistisch."

Bei schlechten Standorten dauert es allerdings länger, bis sich so eine Kleinwindanlage aus Gadebusch rechnet. "Man sollte auf zehn Meter Höhe mindestens vier bis fünf Meter pro Sekunde Windgeschwindigkeit haben. Und das hat man wirklich nur an Küstenstandorten oder eben auf sehr großen Höhen, in den Bergen zum Beispiel", so Endelmann weiter.

In Wohngebieten stehen dem Wind dagegen oft Häuser und Bäume im Weg. Hinzu kommt, dass der Wind an vielen Standorten nicht stark und konstant genug weht. Um das zu überprüfen, rät Endelmann Kunden, die an einer solchen

Anlage interessiert sind, zunächst in eine Wetterstation zu investieren. "Einfach mal über vier bis sechs Monate eine kleine Wetterstation aufbauen an dem geplanten Standort und dort einmal die Windgeschwindigkeit, aber auch die Windrichtung messen. Am besten auch in der Höhe, in der die Kleinwindanlage geplant ist."

Anhand dieser Daten lässt sich dann ausrechnen, wie hoch der mutmaßliche

Ertrag sein wird - wie viel Stromkosten der Kunde also pro Jahr spart. Der nicht verbrauchte Strom kann übrigens ins Stromnetz eingespeist werden - für neun Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Die Kilowattstunde bei Stromanbietern kostet zurzeit durchschnittlich 21 Cent. So eine Kleinwindanlage, sagt Ingenieur Andreas Klauck, gibt es so in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht. Die Rotorblätter drehen sich senkrecht um die Achse, nicht horizontal, wie man es von gewöhnlichen Windrädern kennt. Außerdem hat sie fünf Blätter, nicht drei. Mit der Anlage ist es möglich, sagt der 58-jährige Klauck, so viel Strom zu erzeugen, wie ein Einfamilienhaus verbraucht - also 4000 bis 4500 Kilowattstunden pro Jahr. Bei Kosten von rund 10 000 Euro spricht Klauck von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Für Thomas Endelmann vom Bundesverband Kleinwindanlagen ist die Rechnung allerdings nicht ganz so einfach. Denn das Preis-Leistungs-Verhältnis hänge entscheidend vom Ertrag solcher Anlagen ab. "Der Ertrag ist natürlich wieder ganz deutlich abhängig vom Standort.

Bei Kleinwindanlagen haben wir immer das Problem, dass wir an relativ bodennahen Standorten sind, ich sag mal so zwischen zehn und vielleicht 15 Meter hoch - im Gegensatz zu den normalen Windkraftanlagen, die ja oft auf 60 Metern sind. Und das kann natürlich den Ertrag sehr stark negativ beeinflussen."

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