Auf den Spuren des Gerippes vom Galgenberg

 Mit Interesse und Spaß las Andrea Göldner die spannenden Sagen. Klawitter
Mit Interesse und Spaß las Andrea Göldner die spannenden Sagen. Klawitter

von
15. Februar 2010, 06:10 Uhr

Altstadt | Einst, als der Hügel des heutigen Alten Friedhofs noch der Galgenberg vor den Toren der Stadt war, trug sich da Sonderbares zu: Ein angetrunkener Fischer, der abends dort vorüberkam, machte sich über ein Gerippe lustig. Plötzlich begann dieses, sich zu bewegen und belegte den Mann mit einem furchtbaren Todesfluch. Nur dank der Hilfe des Pastors und heftigem Glockengeläut gelang es dem armen Mann, sich davon wieder zu befreien. Seither meiden die Schweriner das Areal, wenn es dunkel wird.

In den 850 Jahren Stadtgeschichte haben sich eine Menge spannende Geschichten in Schwerin zugetragen. Am bekanntesten sind sicher die Abenteuer des Petermännchens, aber es gibt noch viel mehr Sagenhaftes, beispielsweise den Schimmelreiter auf der Schelfe, das Geheimnis der Felsengrotte, den Lindwurm von Kaninchenwerder und das Geldfeuer von Krebsförden. Der Kul turverein Sagenland Mecklenburg-Vorpommern hat eine Menge gesammelt und in mehreren Publikationen zusammengefasst. Er präsentiert eine Auswahl davon in einer schön bebilderten neuen Ausstellung im Foyer des Kultusministeriums, die wochentags von 9 bis 17 Uhr zu sehen ist.

"Sagen sind spannend. Sie sind ein Stück Heimat, stärken die Verbundenheit mit der Region und wirken identitätsstiftend. Gute Gründe also, ihre Erforschung und Popularisierung zu unterstützen", sagte Dr. Enoch Lemcke, Abteilungsleiter Kultur des Minis teriums. Diese Ausstellung füge sich ein in das Programm zur 850-Jahrfeier Schwerins und mache beispielhaft die Vielfältigkeit des kulturellen Lebens und des Engagements kulturinteressierter Bürger deutlich, lobte Lemcke.

"Der Kulturverein Sagenland, der 2006 gegründet wurde, widmet sich dem reichen Sagenschatz Mecklenburgs, den wir Stück für Stück heben wollen", erläuterte Dr. Jürgen Borchardt vom Vereinsvorstand. Dazu zähle , den Bekanntheitsgrad und die Attrak tivität der Sagenorte zu erhöhen, zu denen oft Anziehungspunkte in der Natur gehörten wie Seen, Bäume und Hügel oder Kulturstätten wie Schlösser, Kirchen und Denkmäler. "Sagen und Sagen stätten sind Teil der Landeskultur und -geschichte. Sie zu erforschen und der Öffentlichkeit durch Ausstellungen, Publikationen, Wanderungen und Veranstaltungen bekannt zu machen, ist unser Ziel", so Borchardt. Die Kennzeichnung vieler Sagenstätten im Umlan d habe begonnen mit der Auf stellung von Findlingen und Info-Tafeln, in der Landeshauptstadt selbst lenke das Faltbla tt mit Stadtplan "Das sagenhafte Schwerin" die Schritte der Sagen freunde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen