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Lokales

15. Dezember 2017 | 19:08 Uhr

Auf dem Weg zum Radlerparadies

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erstellt am 06.Mai.2010 | 08:46 Uhr

Perleberg | Auf die Genussradler schauen die Werbestrategen des Tourismusverbandes Prignitz mit ihren neuesten Aktivitäten. Auf den bestehenden Routen sollen Rundtouren entwickelt und ausgeschildert werden. "Wir denken an Strecken mit einer Länge von etwa 20 bis 50 Kilometern, Halbtags- und Ganztagsaus flüge", sagt Uwe Neumann, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz e. V.

Ein Projekt, das Bernd Gerhardt und Helmut Helfers auf den Leib geschneidert ist. Der Wittenberger und der Groß Haßlower sind seit 2007 in der Prignitz und in Brandenburg als Radwegezertifizierer unterwegs. Was einfach klingt und nach Hobby aussieht, hat sich, zumindest während des Sommerhalbjahres, zu einem Vollzeitjob entwickelt. Vor drei Jahren zertifizierten sie die Tour Brandenburg, 2008 die Bischofstour. "Im vorletzten und im vergangenen Jahr erfuhren wir im wahrsten Sinne des Wortes den Elbe-Müritz-Rundkurs", sagt Helmut Helfers. Unterwegs sind die beiden Ruheständler ehrenamtlich im gesamten Nordwesten Brandenburgs, im Havelland, im Landkreis Stendal und bei Bedarf auch in anderen Gebieten, in denen ihr Sachverstand gefragt ist.

Für die Entwicklung der Prignitzer Rundkurse treten Helfers und Gerhardt mit den Kommunen in Kontakt. Ergänzend soll im Ergebnis zur bestehenden regionalen Radwegekarte 2011 ein Begleitheft erscheinen, in dem die Strecken nebst Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten beschrieben sind. "Wir wollen uns als Radlerparadies zwischen Elbe und Müritz etablieren. Das heißt, dass Radtouristen hier nicht nur durchfahren, sondern auch verweilen, Abstecher machen", so Neumann. Dabei sollen die Rundwege nicht nach dem Gießkannenprinzip über die Region verteilt werden. "Es geht uns um die attraktivsten Kurse, die Premiumrouten", verdeutlicht Uwe Neumann.

Die Idee hat auch noch einen weiteren Hintergrund: Gekommen ist man darauf eigentlich durch die Gänsetour. Sie führt auf fast gerader Linie von Wittenberge nach Meyenburg, einmal quer durch die Prignitz. Allein lasse sich diese 80 Kilometer lange Route nur schwierig vermarkten. Kombiniert mit interessanten Abstechern und Erweiterungen durch Rundwege sei jedoch künftig vielleicht sogar eine Zertifizierung möglich, meinen die Fachleute.

Das Prädikat "Premiumrouten" trifft auch auf ein weiteres Vorhaben zu, das von der AG Historische Stadtkerne initiiert wurde. Die 31 märkischen Mitgliedsstädte sollen auf bereits bestehenden Radwegen miteinander verbunden werden. Zwei der geplanten Routen führen durchs Reisegebiet Prignitz, das neben dem Landkreis Prignitz auch Teile des benachbarten Kreises Ostprignitz-Ruppin umfasst. "Das ist unser allerjüngstes Kind", sagt Bernd Gerhardt.

Sowohl die beiden Zertifizierer als auch der Tourismusverband denken zeitlich bereits weit voraus. Dabei geht es um die Instandhaltung und Reinigung des Radwegenetzes, das an ökonomischer Bedeutung stark zugelegte. Helmut Helfers hat in der Ostprignitz den Einsatz von Fahrrad-Rangern ins Leben gerufen. Die betriebswirtschaftlichen Folgekosten der Radwege dürfe man nicht unterschätzen, so Helfers. Eine Aufgabe, die in den kommenden Jahren in den Vordergrund rücken werde. "An den Radwegen muss richtig gearbeitet werden, in jeder Hinsicht. Nur so werden wir noch mehr Pedalritter in die Region locken und das touristische Potenzial voll ausschöpfen können", unterstreichen die Experten.

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