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Lokales

20. August 2017 | 02:28 Uhr

Auf dem Weg zum ältesten Land

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Schwerin | Vom jüngsten Bundesland auf dem Weg zur ältesten Bevölkerung in Deutschland: Seit 1989 stieg das Durchschnittsalter der Mecklenburger und Vorpommern um 9,7 Jahre. So viel wie in keinem anderen Land. Um vier Jahre alterte die Bevölkerung der Bundesrepublik insgesamt in den vergangenen zwanzig Jahren.

Jahr für Jahr meldet das Statistische Amt eine rasant steigende Überalterung. 44,7 Jahre war das Durchschnittsalter im vergangenen Jahr, 45,1 Jahre sind es in diesem. Junger Zuzug kommt, wenn überhaupt, aus dem Westen. Davon profitieren seit Jahren Gemeinden wie Lüdersdorf, Selmsdorf und Niendorf quasi am Stadtrand von Lübeck. Junge Eltern, Kinder, Arbeitsplätze im Nachbarland. Lüttow-Valluhn und Lehsen im Kreis Ludwigslust haben sich in diesem Jahr mit an die Spitze geschoben. Den Grund erläutert Jan Karpinski vom Statistischen Amt: "In den Gemeinden direkt an der A24 siedeln sich immer mehr junge Leute an, die sowohl nach Hamburg, wie nach Schwerin zur Arbeit pendeln." Die Gegend in der Nähe des Schaalsees ist landschaftlich schön, die Verkehrslage ist günstig.

In der Regel ist es jedoch umgekehrt. Und das seit 20 Jahren. 176 000 Bürger verlor das Land alleine durch Abwanderung, die nicht durch Zuwanderer ausgeglichen werden konnte. 94 000 davon waren Frauen. "Und jede Frau, die geht nimmt ihr Kind mit, geboren oder ungeboren", so Jan Karpinski. Damit ist das Durchschnittsalter seit 1990 schon alleine infolge der Abwanderung insbesondere junger Menschen und des Geburtendefizits angewachsen.

Hinzu kommt die gestiegene Lebenserwartung. Aufgrund der höheren Lebenserwartung der Frauen war deren Durchschnittsalter Ende 2009 mit 46,8 Jahren um immerhin 3,4 Jahre höher als das der Männer mit 42,9 Jahren.

Aber es gibt regionale Unterschiede: So weist Greifswald mit dank Studenten 42 Jahren die jüngste Bevölkerung im Land aus. Eine vergleichsweise junge Bevölkerung haben auch die Kreise Nordwestmecklenburg (43,7 Jahre), Bad Doberan und Ludwigslust. Bevor man hier wegzieht, pendelt man lieber zur Arbeit nach Schleswig-Holstein oder Niedersachsen.

In Neubrandenburg stieg das Durchschnittsalter um 12,4 Jahre seit der Wende und damit am schnellsten.

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erstellt am 19.Aug.2010 | 07:44 Uhr

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