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Lokales

25. November 2017 | 07:02 Uhr

Auf dem See lauert tödliche Gefahr

vom

svz.de von
erstellt am 05.Jan.2010 | 07:00 Uhr

Schwerin | Der Tod kommt schnell: Wer bei den derzeitigen Temperaturen auf Seen und Gewässern durch die dünne Eisschicht bricht, hat kaum eine Chance. "Bei nur zwei bis drei Grad Wassertemperatur versagt zuerst der Kreislauf, kurz darauf setzen die Muskeln aus", sagt Thomas Holz, Leiter der Schweriner Was serschutzpolizei-Inspektion. "Wenn nicht durch Zufall jeman d in der Nähe ist, der einen aus dem eiskalten Wasser ziehen kann, hat man kaum Aussich t, lebend aus der Situa tion herauszukommen."

Als "absolut lebensgefährlich" bezeichnet es der Polizeihauptkommissar, die Seen und Gewässer im gesamten Stadtgebiet zu betreten. Denn die dortigen Eisschichten seien viel zu dünn, um das Gewicht etwa von Schlittschuhläufern, Eisanglern oder Spaziergängern zu tragen. Dies gelte auch für Kinder und Jugendliche, die diese Gefahr häufig unterschätzen würden. Die Wasserschutzpolizei belässt es aber nicht bei Appellen zur Vorsicht. "Wir steuern regelmäßig die innerstädtischen Seen zu Kontrollen an. Wenn sich Menschen auf dem Eis befinden, fordern wir sie zum Verlassen auf", so Holz.

Auch die Stadt warnt: "Das Betreten von Eisflächen geschieht im gesamten Stadtgebiet ausdrücklich auf eigene Gefah r", sagt Ordnungsdezernent Hermann Junghans. "Von Seiten der Stadt oder der Berufsfeuerwehr erfolgt keine allgemeine Freigabe von Eisflächen." Die Vorbildwirkung von Eltern und Erwac hsenen sei daher besonders wichtig , sie sollten Eisflächen erst dann betreten, wenn über Wochen Dauerfrost herrscht und das Eis mindestens 15 Zentimeter dick ist. Junghans: "Wann das Eis tragfähig ist, kann man nie genau sagen. Die Eisstärken auf einem Ge wässer können abhängig von den Strömungsverhältnissen, Zu- oder Abflüssen, Sonneneinstrahlung und Eisbeschaffenheit sehr unterschiedlich sein."

Besondere Vorsicht sei geboten, wenn die Fläche mit Schnee bedeckt ist oder das Eis zu tauen beginnt. Eisflächen sollten niemals alleine betreten werden, rät der Ordnungsdezernent. Insbesondere bei Dunkelheit oder bei schlechter Sicht sollten zugefrorene Gewässer strikt gemieden werden. Auch fließende Gewässer und Eisflächen unter Brücken seien extreme Gefahrenzonen.

Die Schweriner Feuerwehr unterhält an zwölf Orten Rettungseinrichtungen mit Leitern und Ringen, so beispielsweise am Pfaffenteich, am Burgsee, am Ziegelsee, am Faulen und am Schweriner See.

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