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Beschäftigungsgesellschaft Ziegelei Benzin mbH : Auch Kreien und Granzin steigen aus

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Auch die Kreiener Gemeindevertreter haben am Dienstagabend beschlossen, künftig kein Geld mehr in die Beschäftigungsgesellschaft Ziegelei Benzin mbH zu investieren und sich zunächst von ihr zu trennen.

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erstellt am 15.Jun.2011 | 07:00 Uhr

kreien | Auch die Kreiener Gemeindevertreter haben bei einer Enthaltung am Dienstagabend beschlossen, künftig kein Geld mehr in die Beschäftigungsgesellschaft Ziegelei Benzin mbH zu investieren und sich zunächst von ihr zu trennen - allerdings mit einem in einem Zusatz vermerkten Unterschied: Kreien bleibt trotz seines Ausstieges einem für die Gemeinde tragfähigen Folgekonzept gegenüber aufgeschlossen und schließt nicht aus, sich bei dessen Vorlage erneut zu engagieren. Ob dies nach dem jetzigen Beschluss allerdings so einfach möglich ist, steht noch nicht fest.

Ihren Gesellschafteranteil in Höhe von rund 114 000 Euro und ihre Stammeinlage (2556 Euro) hatte die Kommune per Beschluss wie auch andere bereits im Herbst vergangenen Jahres dem Landkreis mit der Hoffnung übergeben, dass dieser die Beschäftigungsgesellschaft weiterführt, was sich bald zerschlug. "Die Arge setzt jetzt andere Prioritäten, so dass Beschäftigungsgesellschaften in ihrer bisherigen Form nicht zu halten sind", sagt Gemeindevertreterin Daisy Herbst, die an der kürzlich einberufenen Gesellschaftsversammlung teilgenommen hatte. Die andere zur Entscheidung vorliegende Möglichkeit, in der Gesellschaft zu bleiben und dann jährlich weiter Unterstützung in noch unbekannter Höhe zu bezahlen, "geht gar nicht, weil wir dann überhaupt nicht wissen, was auf uns zukommt. Noch steht alles auf sehr wackeligen Beinen." Fakt sei, dass die Ziegelei auch bei künftig anderer Ausrichtung - die Rede ist von noch stärkerer musealer Prägung als bisher - nicht ohne Zuschüsse auskommen werde.

Bürgermeisterin Birgit Lange bezeichnet die Ziegelei als "Lichtblick im Alttag". Wenn man sehe, wie prächtig sich die Einrichtung entwickelt habe, könne einem die jetzige Situation nur leid tun. Wenn das Konzept für einen neuen Weg auf dem Tisch liege, werde man auch neue Partner suchen.

Die Gemeindevertreter von Granzin hatten auf einer außerordentlichen Sitzung ebenfalls weiteres finanzielles Engagement ihrer Kommune für die Beschäftigungsgesellschaft abgelehnt. "Dies ist vor allem durch unsere schlechte wirtschaftliche Lage begründet", sagt Bürgermeisterin Ellen-Erika Raeschke. "Unser Stammkapital lassen auch wir in der Gesellschaft."

Würden sich alle bisher an ihr beteiligten Kommunen für weitere Unterstützung aussprechen, entfiele allein auf Granzin eine Summe von rund 2800 Euro, die die Gemeinde künftig pro Jahr entrichten müsste. "Der Betrag würde natürlich steigen, je weniger Beteiligte es gäbe", so die Bürgermeisterin. "Mir stellt sich schon jetzt die Frage, woher ausreichend Geld für die Erhaltung der Anlage kommen soll, wenn zum Beispiel nur noch Lübz mit vielleicht einigen wenigen Partnern in der Gesellschaft bleibt. Lediglich über den Eintritt von Besuchern wird sich dies nicht machen lassen." Die Ziegelei sei ohne Frage gerade auch in touristischer Hinsicht ein großer Magnet in der Region. Eine eventuelle Schließung bedeutete somit einen enormen Verlust, weshalb sich Granzin die Entscheidung nicht leicht gemacht habe.

Da dem Personal in der Ziegelei zum 1. Mai gekündigt wurde, sei eine zeitnahe Entscheidung erforderlich gewesen, um die Unsicherheitsphase nicht noch zu verlängern. Deshalb habe sich Granzin dazu entschlossen, noch vor der Sommerpause eine außerordentliche Gemeindevertretersitzung einzuberufen.

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