Atomkraftgegner demonstrieren in Güstrow

Klare Meinung der Demonstranten gegen die Atomkraft. dpa
Klare Meinung der Demonstranten gegen die Atomkraft. dpa

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29. Mai 2011, 08:32 Uhr

Güstrow | Gut 700 Demonstranten haben am Sonnabend in Güstrow gegen die weitere Nutzung der Atomenergie protestiert. Unter den bundesweit 21 Städten lag die Zahl damit am unteren Ende. Die Veranstalter waren dennoch zufrieden. Schließlich hatte die Anti-Atom-Bewegung im Nordosten der Republik noch nie so viele Mitstreiter aktivieren können.

Eine halbe Stunde vor den ersten Reden: Nur wenige Atomkraftgegner verloren sich zwischen den grünen und roten Ständen auf dem Güstrower Bahnhofsvorplatz. Luftballons wurden gefüllt, Trommeln klangen aus dem Lautsprecherwagen, eine gelb gekleidete junge Frau auf besonders langen Stelzen fing an, Protest-Aufkleber auf Straßenlaternen zu platzieren. Nach und nach füllte sich der Platz mit Atomkraftgegnern aus Schwerin und Rostock. Ein anderer war mit dem Motorrad aus Graal-Müritz angereist, eine kleine Gruppe hatte sich von Neustrelitz und Waren aus auf den Weg gemacht. Mancher inzwischen angegrauter Atomprotest-Veteran hatte seine vermutlich kurz vor dem Abitur stehende Tochter mitgebracht. Kleine Mädchen von den Naturschutzkindern verteilten stolz und selbstbewusst selbst gemalte Protestzettel mit der Forderung "Auto weg - Fahrrad her".

"Wir wollen erreichen, dass bis 2016 in Mecklenburg-Vorpommern hundert Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien kommt", sagte am Rednerpult die MV-Vorsitzende der Grünen, Silke Gajek. Arndt Müller vom BUND unterstellte der Bundesregierung und der Atomindustrie, es mit dem Ausstieg aus der Atomenergie nicht ernst zu meinen. Anders sei es nicht zu erklären, dass das Bundesumweltministerium eine Studie zurückhalte, wonach der komplette Atomausstieg schon bis zum Jahr 2017 möglich sei.

Allzu viele Güstrower bekamen vom Protest nichts mit. Nur wenige Bewohner der Innenstadt schauten sich den Demonstrationszug aus den Fenstern ihrer Wohnungen an.


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