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Kreistag Ludwigslust muss sich für einen Vorschlag entscheiden : Atempause bei Streit um den Kreisnamen

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Normalerweise lässt die Mehrheit der Bürger die seit Monaten angekündigte Kreisgebietsreform ziemlich kalt. Nur beim Streit um den künftigen Namen des neuen Kreises kommt Leben in die Debatte.

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erstellt am 25.Apr.2011 | 08:20 Uhr

Ludwigslust/Parchim | Normalerweise lässt die Mehrheit der Bürger die seit Monaten angekündigte Kreisgebietsreform ziemlich kalt. Viele sind eher genervt, nur beim Streit um den künftigen Namen des zu schaffenden künstlichen Gebildes kam in den vergangenen Wochen Leben in die Debatte. Vor allem die im Internet ausgelegte Vorschlagsliste möglicher Namen und die Chance zur Abstimmung sorgten immer wieder für Aufregung und böses Blut. Teilweise über Nacht wechselten die Favoriten, wurden schlagartig Hunderte Stimmern über Nacht für den einen oder anderen Favoriten ins Netz gestellt. Die Kreisverwaltungen mussten sich sogar Verdächtigungen erwehren, sie hätten Mitarbeiter abgestellt, um Ergebnisse zu manipulieren. Das dies stimmt ist unwahrscheinlich und ab Donnerstag gar nicht mehr wichtig. Dann muss sich der Kreistag von Ludwigslust, der aus Solidaritätsgründen in der Hagenower Grenadierkaserne tagt, für einen Namensvorschlag entscheiden. Der zweite Vorschlag steht dann dem Parchimer Kreistag zu. Über diese Vorschläge soll dann im Zuge der Wahlen am 4. September mit abgestimmt werden. Möglich ist alles, z. B. dass beide Kreistage sich für den gleichen Vorschlag entscheiden. Ungeklärt ist nur die Frage was passiert, wenn die Wahlbevölkerung diesen Vorschlag ablehnt. Wahrscheinlich muss sich dann der neue Kreistag um das Thema kümmern.

In Hagenow sorgte jüngst der Vorschlag des bekannten Ortschronisten Kuno Karls für Aufsehen. Der hatte vorgeschlagen, den ganzen Zirkus zu beenden und sich schlicht für Parchim als Kreisnamen zu entscheiden, nach der Kreisstadt. Die ganzen Kunstbegriffe würden doch nichts bringen, nur wenige wüssten z. B. wie die Kreisstädte von Nordwestmecklenburg oder vom Uecker-Randow-Kreis hießen. Ein ähnliches Schicksal wäre wohl Südwestmecklenburg beschieden.

Interessant ist ein Blick auf den Zwischenstand auf die Internetabstimmung für den Kreisnamen dennoch. Logisch, dass Ludwigslust als Kreisname im jetzigen gleichnamigen Kreis vorn liegt. Aber auch Parchim kann sich im fünfstelligen Bereich der Stimmen halten. Dann folgt schon Südwestmecklenburg, quasi ein Vorschlag der Landesverwaltung, der z. B. auch schon einigen Parteine für ihrer Formationen mit übernommen wurde. Richtig kompliziert wird es auf dem vierten Paltz mit Elde-Lewitzkreis Südwestmecklenburg. Keine Chancen hatten bisher Elde-Elbe-Kreis, oder Sude-Elde-Landkreis, oder Meck-Süd-West, Seekreis Ludwigslust, Pallust, Lulu-Pütt.

Sollte sich Parchim als neue Tendenz und Ausdruck der Anerkennung der Fakten durchsetzen, würde das in der derzeitigen Noch-Kreisstadt Ludwigslust auf wenig Gegenliebe stoßen. Könnte es doch auch eine späte Rache der Hagenower sein, die 1994 ihren Kreisstadtstatus an Ludwigslust verloren und das bis heute nicht verwunden haben.

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