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Lokales Vor 16 300 Jahren erste Spuren der Besiedlung

Von Redaktion svz.de | 30.01.2010, 09:04 Uhr

Im Mittelpunkt der Chronik, die der Schweriner Udo Brinker zusammengestellt hat, steht die bauliche Entwicklung Schwerins.

Durch die Auswertung aller ihm zugänglichen Quellen der Vergangenheit und der Gegenwart hat er versucht, ein Gesamtbild aller Stadtteile darzustellen. Dabei bildet die Innenstadt mit der größeren Anzahl öffent licher Einrichtungen und historisch wertvoller Gebäude natürlich den Schwerpunkt. Da sich Schwerin im Umlan d in den vergangenen 70 Jahren nur wenig vergrößert hat, war es aber auch möglich die Entwicklung der äu ßeren Stadtteile in die Chronik weitestgehend zu integrieren.

Gesellschaftliche Entwicklungen wurden nur äußerst sparsam in die Chronik aufgenommen, und nur dann, wenn durch größere politische Veränderungen nachhaltige Einflüsse auf die bauliche Entwicklung ausgingen. Die Chronik entstand über etwa 50 Jahre mit unterschiedlicher Aktivität.

Unsere Zeitung wird die Chronik in Jahreszahlen anlässlich des Stadtjubiläums in loser Folge veröffentlichen. Heute: Teil 1.

• 16 300 vor Christus:

Die ältesten Spuren einer menschlichen Besiedlung, vermutlich einzelne Rentierjäger, in der Umgebung Schwerins wurden bei Crivitz entdeckt. Die Menschen, die in einer Warmphase der Kaltzeit dort lebten, haben nachweislich Feuersteinwerkzeuge benutzt. Die nachfolgende Vereisung hat die meisten Spuren der menschlichen Besiedlung zerstört. Der Friedhof in Schwerin-Os torf gehört zu den bedeutendsten Flachgräberfriedhöfen dieser Zeit im nördlichen Mitteleuropa.

• 10 000 vor Christus:

Ende der Eiszeit im Gebiet des späteren Mecklenburgs; Beginn der Besiedlung durch steinzeitliche Jäger und Fischer

• 8000 vor Christus:

Während der Mittelsteinzeit (Mesolithikum) wurden die nunmehr stark bewaldeten Räume des späteren Mecklenburgs durch Menschen besiedelt. Grabungen bei Hohen Viecheln ergaben einen guten Einblick in die Lebensverhältnisse der mittelsteinzeitlichen Besiedlung des Raumes am Schweriner See.

• 4000 vor Christus:

Eine Besiedlung des Schweriner Gebietes gab es schon während der jüngeren Steinzeit seit etwa 4000 Jahren vor Christus. 1935 wurde auf der Insel Tannenwerder im Ostorfer See ein vollständig erhaltenes Skelett aus der Jungsteinzeit gefunden.

• 3000 vor Christus:

Die Besiedlung Westmecklenburgs in der Jungsteinzeit wird durch die Großsteingräber bei Everstorf belegt.

• 3000 bis 1600 vor Christus:

Im Stadtgebiet in Görries, Neumühle, Ostorf, auf der Schlossinsel, auf Ka ninchenwerder und in der Moritz-Wiggers-Straße am Pfaffenteich wurden Feu er steinbeile, Meißel, Felsgestein äxte und ein Feuersteindolch aus der Zeit vom Ende der Steinzeit bis Anfang der Bronzezeit gefunden.

• 1600 bis 600 vor Christus:

Aus der Periode der Bronzezeit wurden 1841 beim Chausseebau in Lankow zwölf bronzene Armringe und zwei Halsringe gefunden.

• 600 bis 0 vor Christus:

Aus der germanischen Eisenzeit wurden an mehreren Stellen im Stadtgebiet Urnenfelder mit Grabbeigaben von Schnallen, Gürtelhaken, Ringen und Gewandnadeln aus Eisen und Bronze gefunden.

• 100:

Herausbildung von germanischen Stämmen, der Langobarden, Semnonen, Rugier, Burgunder und Wandalen im Raum des späteren Mecklenburgs. Die im letzten Jahrhundert vor Christus beginnende Abwanderung der germanischen Stämme nach Süden/Südwesten führte schon zur Ausdünnung der Besiedlung in unserem Raum.