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techentin Ein Heim für Pferde in Techentin

Von Uwe Köhnke | 13.08.2010, 01:57 Uhr

Familie Albrecht aus dem Ludwigsluster Ortsteil Techentin betreibt eine Pension besonderer Art - ihre Gäste sind Pferde.

15 Boxen und vier Offenställe stehen gegenwärtig zur Verfügung, aber das Gelände an der Techentiner Eichenallee zeigt sich an einigen Stellen auch noch als Baustelle. Erweiterungen sind möglich, und sollen auch angepackt werden, wie Brigitte Albrecht betont. Zehn bis zwölf zusätzliche Pferdeboxen haben noch Platz, ohne dass es zu eng wird.

Es sind vor allem Freizeitreiter oder auch Teilnehmer an kleinen Turnieren, die ihre Lieblinge der Albrechtschen Pferdepension anvertrauen. Manche überbrücken auf diese Weise die Wintermonate. Andere sind lediglich an der Nutzung der Reithalle interessiert. Brigitte Albrecht freut sich darüber, dass sie mit einer, wie sie sagt, hervorragenden Bereiterin zusammenarbeiten kann. Friederike Kleeblatt reitet die Vierbeiner aber nicht nur individuell zu, sondern bildet sie auch insgesamt aus.

Die Boxen sind seit 2008 fertig. Sozialräume und Toiletten sollen noch folgen. Sattelkammer und Futterkammer stehen selbstverständlich ebenfalls schon zur Verfügung.

Brigitte Albrecht ist seit nunmehr 13 Jahren Pferdezüchterin mit Leib und Seele. Für die Techentinerin ist der Umgang mit den Tieren der ideale Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag in der mittelständischen Familienfirma. 30 Pferde nennen Albrechts mittlerweile ihr Eigen, die allermeisten sind Lewitzschecken.

Mit dieser Rasse hat die Techentinerin begonnen. "Damals war es die Stute Rashka, mit der alles begann. Sie steht heute noch bei uns auf dem Hof", erzählt die Züchterin. Brigitte Albrecht schätzt die Lewitzer über alles. "Sie sind gutmütig und vielseitig, sie sind Freunde für die ganze Familie", schwärmt sie. Und aus der Liebe entspringt Engagement, und das führt zu Erfolgen. Nicht nur, dass Albrechts mit Munser I einen begehrten Deckhengst besitzen. Auch dessen 2005 geborener Sohn Maddoxx macht bereits von sich reden. Er ist der Vater von Mon Petit Chou, den die Stute Katja (Besitzer Dietmar Just aus Steinberg) am 27. April vorigen Jahres zur Welt gebracht hat. Der Kleine wurde bereits vier Monate später als Hengstanwärter Bundeschampion der Lewitzer in Mühlengeez.

Pferdezucht ist eine Angelegenheit, die viel mit Weitsicht zu tun hat. Gegenwärtig ist die Nachfrage nach Verkaufspferden nicht besonders hoch. "Über die Gründe kann man nur mutmaßen. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass das Geld momentan nicht so locker sitzt", überlegt Brigitte Albrecht. "In drei, vier Jahren kann die Entwicklung schon ganz anders sein." Die Züchterin kennt sich mittlerweile sehr gut aus in dem Metier. Im Februar dieses Jahres wurde sie als Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Lewitzscheckenzüchter bestätigt. Die Vereinigung, der bundesweit 56 Züchter angehören, organisiert jährlich Hengstpräsentationen und Fohlenschauen.

Und die Lewitzschecken gewinnen an Akzeptanz. Bei den Landesmeisterschaften in Sukow bei Schwerin war die Interessengemeinschaft mit einem Schauprogramm dabei. Was Brigitte Albrecht besonders freut: In diesem Jahr werden die Lewitzer bei allen drei Redefiner Hengstparaden dabei sein und sich präsentieren. In den beiden zurückliegenden Jahren war mit Mondprinz (er gehört der Familie Tuppat aus Dallmin) ein Lewitzer zur Besamung in Redefin stationiert. Im nächsten Jahr wird ein anderer Lewitzerhengst nach Redefin gehen. Welcher es sein wird, das steht momentan noch nicht endgültig fest.