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Schwerin Aufsichtsratschef des Theaters soll gehen

Von tiwe | 23.08.2011, 08:09 Uhr

Die Personaldiskussionen um Spitzenämter am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin hören nicht auf.

Nach den langwierigen Debatten um die Zukunft des Generalintendanten und Geschäftsführers, Joachim Kümmritz, gerät jetzt auch der Aufsichtsratsvorsitzende der gGmbH, Dr. Lothar Wilke, ins Visier.

Die Stadtfraktion der Unabhängigen Bürger, die Wilke für den Aufsichtsrat und den Vorsitz vorgeschlagen hatte, nachdem der langjährige Aufsichtsratschef und Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Bürger, Silvio Horn, das Amt abgegeben hatte, will Wilke nun abberufen. Er ist erst seit November vergangenen Jahres im Amt. Auf der ersten Stadtvertretersitzung nach der Sommerpause am 19. September sollen die Schweriner Kommunalpolitiker dafür den Vize-Fraktionsvorsitzenden und Chef der Wählergemeinschaft der Unabhängigen Bürger, Rolf Steinmüller, wählen.

Die Fraktion beklagt vor allem, dass Lothar Wilke - er ist nicht Mitglied der Wählergemeinschaft der Unabhängigen Bürger - nicht an Fraktionssitzungen teilnehme und in Sachfragen zum Mecklenburgischen Staatstheater nicht die Fraktion informiere. "Hierzu zählt auch die Beantwortung eines umfangreichen Fragenkataloges, den die Fraktion am 15. April an die Oberbürgermeisterin übergeben hatte. Diese hatte eine Antwort mit Blick auf die Zuständigkeit des Aufsichtsrates abgelehnt", schreibt Unabhängigen-Fraktionschef Silvio Horn in einem Brief an die Stadtfraktionen. "Die Folge dieses Umstandes ist, dass die Fraktion bis heute keine Antworten auf ihre Fragen erhalten hat." Zuletzt habe seine Fraktion im Juni über Beschlussvorlagen zum Staatstheater beraten, Wilke sei der Einladung ohne Angabe von Gründen nicht gefolgt. "Das notwendige Vertrauensverhältnis ist nicht mehr gegeben", so Horn. Bislang wurden in der Stadtvertretung Personalvorschläge der Fraktionen zur Besetzung von Gremien mitgetragen. Daher hoffen die Unabhängigen auf einen problemlosen Wechsel an der Spitze des Theater-Aufsichtsrates. Doch nach SVZ-Informationen werden erste Proteste laut. Abberufungen von Aufsichtsratsmitgliedern seien nur aus sachlichen Gründen zulässig, lautet eine Ansicht. Andere Kritiker halten angesichts der sich weiter verschlechternden finanziellen Lage des Staatstheaters einen Wechsel jetzt für problematisch und fordern Kontinuität an der Spitze.

Verdienstkreuzträger wirft hin

Und noch eine Personalentscheidung: Nachdem die Gesellschaft der Theaterfreunde die Vorschläge von Bundesverdienstkreuzträger Manfred Walther zur Verbesserung der Einnahmesituation am Staatstheater öffentlich als "unqualifiziert und Rufschädigung des Theaters" abgetan hat, erklärt der langjährige Sparkassenvorstand und Wirtschaftsprüfer seinen Austritt bei den Theaterfreunden. Dem Theater bleibe der langjährige Vereinsvorsitzende weiter treu.