"Arosa Brava" auf Kiel gelegt

Eingeweiht: Patin Ursula Weber und Schiffbauer Andreas Kehlen senken den Stahlblock ab. Georg Scharnweber
Eingeweiht: Patin Ursula Weber und Schiffbauer Andreas Kehlen senken den Stahlblock ab. Georg Scharnweber

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29. Juni 2010, 11:09 Uhr

Warnemünde | Geräuschlos schwebt der Stahlbau auf seinen Bestimmungsort zu. An einer Traverse hängt die erste Sektion des Flusskreuzfahrtschiffes "Arosa Brava". Leicht schwingend wird die 50 Tonnen schwere Konstruktion ausbalanciert, um anschließend in der Rostocker Neptun-Werft auf Kiel gelegt zu werden.

Patin Ursula Weber war gestern die Auserwählte, die eine Glücksmünze unter den Rumpf des künftigen Schiffes der Reederei Arosa Flussschiff GmbH legen durfte. Sie wurde bei einer Verlosung der Stammkunden gezogen. "Neun Schiffsreisen habe ich bis jetzt absolviert", sagt die aus Althoff Bergisch Land Stammende. Obwohl sie sich nur schwer entscheiden kann, waren ihr die Reisen auf dem Rhein und der Rhône doch am liebsten. "Ich war auch schon auf den zwei neuesten Flusskreuzern der ,Arosa Aqua und ,Arosa Viva", sagt Weber. Sie kann es kaum erwarten, dem neunten Schiff der Reederei einen Besuch abzustatten.

Wie seine beiden Schwesterschiffe, die "Aqua" und "Viva", wird die "Brava" 135 Meter lang und 11,4 Meter breit sein. Der Flusskreuzer bietet Platz für 202 Passagiere in 99 Kabinen wie seine baugleichen Vorgänger. Im Frühjahr 2011 wird der Neubau erstmals mit Wasser in Berührung kommen und sein vorbestimmtes Fahrtgebiet - Rhein, Main und Mosel - ansteuern. Bis jetzt besteht der Kreuzer jedoch vorerst aus einer 16 Meter langen und 11,20 Meter breiten Sektion, in der künftig die Kabinen entstehen sollen. "Die fertigen Badkabinen sind bereits da, müssen jedoch später noch ausjustiert werden", sagt Manfred Müller-Fahrenholz, Geschäftsführer der Werft.

Jeder Neubau ist eine Herausforderung

Alle acht der auf dem Rhein, der Rhône und der Donau fahrenden Schiffe von Arosa hat die Warnemünder Werft gebaut. "Dabei ist es von besonderem Vorteil, unseren Partner in der Nähe zu haben", so Lars M. Clasen, Geschäftsführer der Rostocker Reederei. Kurze Arbeitswege vereinfachten eine gemeinschaftliche Entwicklung moderner Schiffe. "So ist jeder Bau wieder eine neue Herausforderung", sagt Müller-Fahrenholz. Mit dem neunten Flusskreuzer ist das Schifffahrtsunternehmen Arosa noch nicht am Ende seiner Planungen angekommen.

"Eine weitere Bestellung bei Neptun liegt zwar noch nicht vor, aber wir arbeiten an weiteren Projekten", so der Geschäftsführer von Arosa. Auch die Werft hofft, weitere Neubauten für das Rostocker Unternehmen ausliefern zu können. Vorerst ist Clasen jedoch mit der Vergrößerung der Flotte durch die "Brava" eingenommen. "Das haben wir nur unseren zahlreichen Gästen zu verdanken", sagt er. Etwa 50 Menschen werden künftig an Bord des Neubaus beschäftigt sein.

Besonders stolz ist die Reederei auf die Ausstattung vieler Kabinen mit einem französischen Balkon. Diese werden seit 2002 an den Schiffen angebracht. "Mit Elementen aus der Hochsee-Kreuzschifffahrt haben wir die Modelle ausgestattet", so Clasen. Die Kreuzer heben sich außerdem mit ihrem äußeren Erscheinungsbild, dem bemalten Bug mit Kussmund und Rose, von anderen Binnenschiffen ab. Mit einem Jahresumsatz von 51 Millionen Euro konnte das Schifffahrtsunternehmen ein Plus von etwa zwölf Prozent einfahren.

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