Architektonische Sünde verschwindet

Anfang nächster Woche soll die Baracke abgerissen sein, sagt die im Einsatz befindliche  Firma Eggers. Barbara Haak
Anfang nächster Woche soll die Baracke abgerissen sein, sagt die im Einsatz befindliche Firma Eggers. Barbara Haak

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22. Januar 2010, 08:51 Uhr

wittenberge | Das ehemalige Klubhaus der Maschinenfabrik (Mafa) auf der Spitze von Burg- und Steinstraße wird abgerissen. Die Wohnungsgenossenschaft "Elbstrom" schließt eine spätere Neubebauung nicht grundsätzlich aus.

Städtebaulich war der aus zwei standardisierten Bungalows zusammengesetzte Flachbau in der Altstadt schon bei Errichtung ein Störfaktor, erfüllte aber für die gleich gegenüber gelegene Maschinenfabrik einen sozialen Zweck. Nach der Wende mit dem Zusammenbruch der Mafa gab es dann zwar zeitweise Nutzungen. Den Stadterneuerern war das Gebäude mit Beginn der Altstadtsanierung Anfang der 90er Jahre ein Dorn im Auge. Denn die Baracke steht quasi auf einem Filetstück. Die hier aufeinander treffenden Straßen markieren den Eingang zur historischen Altstadt. "Wenn wir uns eines Tages zur Wiederbebauung des Areals entschließen, dann sich wir uns durchaus der Verantwortung bewusst, die sich aus der Lage ergibt", sagt der geschäftsführende Vorsitzender der WGE, Karsten Korup. Schon vor vielen Jahren hat die Genossenschaft das Grundstück erworben. Der Vorstand schmiedete auch einige Pläne, die aber nie umgesetzt wurden. Jetzt ergebe sich die Möglichkeit des geförderten Abrisses. "Wir bekennen uns zu unserer Verantwortung, werden als Übergangslösung eine Grünfläche anlegen, die wir auch pflegen", stellt Korup in Aussicht.

Die stellvertretende Bauamtsleiterin Petra Lüdtke spricht davon, dass mit dem Abriss eine architektonisch Bausünde aufhört zu existieren. Die Bedeutung dieser städtebaulichen Ordnungsmaßnahme, wie es fachlich richtig heißt, reiche aber weiter. Nach wie vor ist die Kommune daran interessiert, für die drei Grundstücke, die an das bisherige Barackenareal angrenzen, Bauinteressierte zu finden. Hier könnten in geschlossener Bebauung Einfamilienhäuser entstehen. Leichter werde es Interessierten jetzt mit der 2009 in Kraft getretenen neuen Richtlinie zu Wohneigentum in Innenstädten gemacht. Danach wird beim Neubau von Einfamilienhäuser, bei denen bodenarchäologische Maßnahmen gefordert sind, ein Zuschuss von bis zu 5000 Euro zur Kostendeckung gewährt. "Das hilft Bauherren sehr", sagt Petra Lüdtke. Bei der Altstadt handelt es sich um ein Bodendenkmal.

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