Archäologiemuseum in Schwerin geplant

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15. Juli 2010, 08:35 Uhr

Schwerin | Seit 18 Jahren wird Mecklenburg-Vorpommerns Ur- und Frühgeschichte nicht mehr kompakt gezeigt. Ein unhaltbarer Zustand, der sich nun aber ändern soll. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für das künftige Archäologiemuseum hat das Land den Umbau des alten Speichers in der Schweriner Franz-Mehring-Straße ins Auge gefasst. Im Herzen der Landeshauptstadt soll auf 3000 Quadratmetern die Geschichte des Landes präsentiert werden. Nur der Kabinettsbeschluss steht noch aus.

"Es ist wichtig, dass es eine positive Entscheidung gibt, um die schon 18 Jahre währende Hängepartie endlich zu beenden", betont Dr. Michael Bednortz, Leiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege. Die vielen hochkarätigen Funde, die Mecklenburg-Vorpommerns reiche Geschichte dokumentieren, dürften nicht länger der Öffentlichkeit vorenthalten bleiben. Bednortz verweist dabei auf einzigartige Funde wie etwa den bronzezeitlichen Kultwagen von Peckatel, das Horn von Wismar oder die Luren von Lübzin. "Wir besitzen eine der umfangreichsten Sammlungen zur Bronzezeit im nördlichen Mitteleuropa. Sie muss gezeigt werden."

Die Suche nach einem Museumsstandort dauert schon Jahre. Die zunächst ins Auge gefassten Räume im Finanzamt in der Stellingstraße hätten sich als ungeeignet für museale Zwecke erwiesen, der benachbarte "schwarze Kasten", der die Ausstellung "Mythos und Magie" beherbergt hatte, sei viel zu klein, erläutert Bednortz. Gleiches träfe auf den Marstall zu. Schloss Wiligrad stehe nicht zur Verfügung.

Jetzt ist in Schwerin ein großes Gebäude mit Ambiente und idealer Lage in den Fokus gerückt: Der alte Kornspeicher in der Franz-Mehring-Straße nahe des Hauptbahnhofs. Seine Eignung für Ausstellungen hat er unter Beweis gestellt: Zweimal wurden dort die Ergebnisse des Jugendkunstprojekts "Mein Block" vorgestellt.

Für seine neue Funktion als Archäologisches Landesmuseum müsste der Kornspeicher indes noch entsprechend umgebaut werden. "Diese Aufgabe würde ein privater Investor nach unseren Vorgaben übernehmen und wir das Gebäude dann mieten", beschreibt Bednortz. Wirtschaftlich sei dieses Modell durchaus reizvoll. "Wenn jemand eine bessere Lösung hat, sind wir durchaus offen für Alternativen", betont der Amtsleiter.

Nach den Plänen seiner Behörde soll das historische Ambiente des mehr als 100 Jahre alten massiven Backsteingebäudes spürbar bleiben, die Ausstellung selbst aber modernsten musealen Ansprüchen gerecht werden. In den vier Obergeschossen werden Landesgeschichte von der Urzeit bis zur Gegenwart chronologisch präsentiert und wichtige Querschnittsthemen museal vermittelt. Ins Erdgeschoss kommen öffentliche Funktionsräume, Werkstätten in den Keller.

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