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Edeka-Fleischwerk Valluhn : Arbeiter dringend gesucht

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"Ich würde schon morgen 50 Männer und Frauen einstellen, wenn sie denn nur zur Verfügung stünden", sagt Rolf Heidenberger als Geschäftsführer des Fleischwerkes der Edeka in Valluhn. Besondere Kenntnisse seien gar nicht nötig, lediglich der Wille zur Arbeit.

svz.de von
erstellt am 05.Jan.2012 | 11:17 Uhr

"Ich würde schon morgen 50 Männer und Frauen einstellen, wenn sie denn nur zur Verfügung stünden", beschreibt Rolf Heidenberger als Geschäftsführer des Fleischwerkes der Edeka in Valluhn die Lage. Besondere Kenntnisse seien gar nicht nötig, lediglich der Wille zur Arbeit. Denn davon gibt es reichlich in dem Riesenwerk, das war vor allem über die vergangenen Feiertage und bereits im kompletten Dezember zu spüren.

"Wir kommen nach Mecklenburg und schaffen Arbeitsplätze", mit dem Versprechen war das Frischezentrum vor Jahren nach Mecklenburg gekommen. Und hat Wort gehalten. Nach einer ersten Einarbeitungsphase stieg die Zahl der Mitarbeiter kontinuierlich an. Jetzt sind es 445, die in verschiedenen Schichten in dem Werk arbeiten und die Versorgung Hunderter Edeka-Filialen im ganzen Norden mit Fleisch- und Wurstwaren sicher stellen. Ohne spezielle Zerlegekolonnen und Leiharbeiter wären die unvermeidlichen Produktionsspitzen sowieso nicht aufzufangen. Die Zusammenarbeit mit einer Leiharbeitsfirma reicht schon lange nicht mehr, es sind gleich neun, mit denen der Einzelhandelsriese derzeit zusammenarbeitet, ohne dass der Bedarf wirklich gedeckt werden kann.

Zuerst sichtbar wurde die Misere bei den Lehrlingen. Minimal 20 Lehrlinge sind pro Jahr in den Planungen vorgesehen. Eine Zahl, die schon lange nicht mehr erreicht wird. Heidenberger: "In den Jahren, die wir hier sind, gingen 49 Lehrlinge durch unsere Ausbildung, und eigentlich jedem haben wir ein Angebot zur Übernahme gemacht. Normalerweise hätten es aber 70 bis Lehrlinge sein müssen." Ein Grund sind die falschen Vorstellungen, die viele von der Arbeit im Werk haben. Dort geht es hochtechnisiert zu und es fließt kein Tropfen tierisches Blut.

Waren erst die Lehrlinge knapp, setzt sich das Problem nun auch im normalen Arbeitsmarkt fort, es sind kaum noch Leute zu finden. Bei einer Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent im Winter im alten Kreis Hagenow kommt die Region der faktischen Vollbeschäftigung immer näher. Denn zwei Drittel der Arbeitslosen gehören zum Hartz IV-Bereich und stehen nur sehr begrenzt dem Arbeitsmarkt zu Verfügung. Bitteres Fazit des Werkschefs: "Wir sind auch der vielen Arbeitskräfte wegen nach Mecklenburg umgezogen. Doch den Vorteil gibt es hier nicht mehr."

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