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Lokales

22. November 2017 | 10:25 Uhr

Anonymer Druck auf Pferdefreunde

vom

svz.de von
erstellt am 03.Jun.2010 | 08:15 Uhr

Jesendorf | Mit einem anonymen Brief und Anzeigen beim Veterinäramt gingen Unbekannte gegen zwei Pferdefreundinnen in Jesendorf vor.

"Wir sind in großer Hoffnung hergekommen", sagt Ursula Höller, die mit ihrer Tochter Nadine nach Jesendorf gezogen war und zwei Pferde mitgebracht hatte. Aus der alten Wohnung in Gustävel musste sie weg, nachdem Nachbarn Hunde auf die Pferde gehetzt hatten, so die Mutter.

Doch auch am neuen Wohnort gab es Ärger. Sie fand einen anonymen Zettel, unterzeichnet von "Jesendorfer Tierfreunden", auf dem ihr Vernachlässigung der Tiere vorgeworfen wurde. Höller: "Man kann sich nicht dagegen wehren." Zudem gab es eine Anzeige beim Veterinäramt, die Pferde hätten kein Futter. "Meine Pferde haben zu keinem Zeitpunkt ohne Futter dagestanden", so die Halterin.

Bürgermeister Arne Jöhnk bestätigt das: Beide Pferde seien eher zu fett als zu mager. Die Tiere würden nicht vernachlässigt. Mutter und Tochter seien mit Pferden aufgewachsen, verfügten über die fachliche Kompetenz und ließen die Pferde vom Tierarzt betreuen.

Offensichtlich habe die Gesamtansicht des Grundstücks andere Bürger auf die Palme gebracht, vermutet Jöhnk. Die beiden Frauen waren erst kürzlich eingezogen, noch beim Umbau und Einrichten, als auf dem nicht gut einsehbaren Hof schon die Pferde standen. Einen Unterstand für die Tiere will Ursula Höller erst noch errichten. Die Gemeinde vermittelte ihr eine Koppel, wo die Tiere sich tagsüber tummeln können. Vorübergehend stehen die beiden Pferde auf dem Jöhnkschen Bauernhof. Nadine Höller ist jeden Tag dort. Sie absolviert ein Praktikum, bevor im Sommer ihre Ausbildung zum Pferdewirt startet.

Der Jesendorfer Gemeindevertreter Daniel Bohl zeigte sich enttäuscht, dass die Verfasser des anonymen Briefes nicht mit der Halterin geredet haben bzw. in die Bürgersprechstunde in der Gemeinde gekommen war. Arne Jöhnk pflichtet ihm bei: Das hätte man im Dorf klären können. Das Veterinäramt müsse jedem Hinweis nachgehen. Dabei sei es wichtiger, dass sich das Amt um die wahren Fälle von Vernachlässigung kümmert.

44 Anzeigen wegen Vernachlässigung landwirtschaftlicher Nutztiere, wozu auch Pferde zählen, lagen im Vorjahr beim Amtstierarzt vor. 15 davon, also ein Drittel, erwiesen sich als unbegründet, erklärte Petra Rappen, Sprecherin des Landkreises Nordwestmecklenburg. Weit höher war die Trefferquote bei Hunden, Katzen und anderen Haustieren. 115 Anzeigen, davon nur zehn unberechtigt.

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