Anne: Verdächtiger begeht Selbstmord

<strong>Anne H.</strong> (Mitte) mit ihren Eltern nach der Polizei-Vernehmung
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Anne H. (Mitte) mit ihren Eltern nach der Polizei-Vernehmung

svz.de von
01. Juli 2010, 07:46 Uhr

Schwerin | Das rätselhafte Verschwinden der 25-jährigen Anne H. ist offenbar aufgeklärt. "Ein 49-Jähriger steht im dringenden Verdacht, die junge Frau eine Woche lang in seinem Haus gefangen gehalten und missbraucht zu haben", teilte Sonja Kurz, Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg, gestern mit. Beamte hätten den mutmaßlichen Täter am Mittwoch tot in seinem Haus im Kreis Stormarn aufgefunden. Alles deute auf einen Selbstmord des 49-Jährigen hin, so die Sprecherin.

Anne hat nach ihrem Verschwinden am 20. Juni nach Polizeiangaben ein Martyrium durchlebt. Verloren hatte sich die Spur der jungen Arzthelferin nach einem Besuch bei ihrem Ex-Freund in Schwerin, wo sie selbst vier Jahre lang gelebt hat. Letztes Lebenszeichen war eine Handy-Textnachricht an ihren ehemaligen Freund, die sie auf der Zugfahrt zu ihrer Familie im schleswig-holsteinischen Bargteheide abgeschickt hatte. Jetzt ist klar, was sich danach zugetragen hat. " Nachdem die 25-Jährige den Bahnhof in Bargteheide verlassen hatte und zu Fuß auf dem Weg zum Wohnhaus ihres Vaters war, kam sie an einem weißen Transporter vorbei", berichtet Polizeisprecherin Kurz. Die Seitentür des Wagens habe offen gestanden. "Als sich die junge Frau in Höhe des Transporters befand, wurde sie plötzlich von einem Mann gepackt, ins Wageninnere gezerrt und dort eingesperrt." Der ihr nicht bekannte Tatverdächtige habe die junge Frau gefesselt und ihr die Augen verbunden. Der Mann fuhr laut Kurz anschließend mit Anne zu sich nach Hause und sperrte sie dort in seinem Schlafzimmer ein. "Er hielt sein Opfer gefangen und missbrauchte es", so Sonja Kurz. Am vergangenen Sonntag habe der Tatverdächtige Anne mit seinem Wagen zurück in die Nähe der väterlichen Wohnung gebracht und sie dort abgesetzt. Kurz darauf sei Anne bei ihrem Vater aufgetaucht.

Wie die Kripo auf die Spur des Tatverdächtigen kam, erläuterte die Polizei nicht. Jedoch seien für das Eindringen in dessen Haus Spezialkräfte herangezogen worden. Der dann tot aufgefundene Tatverdächtige sei zuvor kriminalpolizeilich noch nicht auffällig geworden.

Die Mutter von Anne äußert sich auf der Internetseite, die ihr Arbeitgeber eigens für die Suche nach der 25-Jährigen eingerichtet hatte: "Sie hat unvorstellbar Grausames erleiden müssen, aber sie lebt. Das ist ein großes Wunder und Geschenk."

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