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medakademie Berlin trainierte nahe Groß Pankow : Angeschossen und im Wald verirrt

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Die in Berlin ansässige medakademie ist ein staatlich anerkannter Bildungsträger, der bundesweit künftigen Rettungsassistenten ausbildet. In der Schulungsstätte Daschow betreibt sie verschiedene Kurse.

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erstellt am 08.Jul.2011 | 08:07 Uhr

Groß Pankow | Die in Berlin ansässige medakademie ist ein staatlich anerkannter Bildungsträger, der bundesweit u.a. die künftigen Rettungsassistenten ausbildet. In der Schulungsstätte Daschow betreibt sie verschiedene Kurse, die Jens Poethke leitet. Derzeit sind 21 Teilnehmer eingetragen, die die Ausbildung zum Rettungssanitäter bereits hinter sich haben und nun Rettungsassistenten werden wollen. Ein Jahr dauert die theoretische Ausbildung, ein weiteres Jahr ist dem Praktikum in der Klinik und auf einer Rettungswache vorbehalten. "Innerhalb der Ausbildung ist ebenfalls eine Woche hier in Daschow vorgesehen und da bauen wir auch verschiedene praxisnahe Übungen ein", so Poethke. Eine solche wurde in dieser Woche in einem Wald nahe Groß Pankow durchgeführt.

Es ist Donnerstagabend, acht Minuten nach halb sieben, eigentlich die beste Abendbrotzeit. In Groß Pankow, Redlin, Siggelkow und Burow-Gischow heulen die Sirenen und rufen die Kameraden zum Einsatz. In einem Waldstück soll es einen Jagdunfall gegeben haben. Es werden Personen vermisst, heißt es in der Alarmierung. Zugleich wird den Kameraden mitgeteilt, dass es sich um einen Übungseinsatz handelt. Doch das mindert die Bereitschaft nicht und die verfügbaren Einsatzkräfte eilen zum angegebenen Waldstück.

Szenario: Ein Jäger hat zwei Spaziergänger angeschossen

Dort liefen die Vorbereitungen für den Test bereits früher an. "Das Szenario lautet, dass ein Jäger zwei Spaziergänger angeschossen hat. Diese sind verletzt in ein Waldstück geflüchtet. Nun gilt es, durch die Feuerwehrkräfte die Personen zu finden, damit sie gerettet werden können", beschreibt Kursleiter Jens Poethke die Aufgabe. Die Auszubildenden zum Rettungsassistenten Stephanie Diwisch und Sebastian Polchow werden vom Kursleiter präpariert. Polchow mimt einen verletzten Spaziergänger, der einen Bauchschuss erlitten hat, seine Kollegin bekommt einen Streifschuss am Arm "verpasst". Zugegeben, die Verletzungen sehen täuschend echt aus. Beide "Darsteller" werden noch mit Verhaltensregeln instruiert, die künftigen Rettungsassistenten sollen schließlich gefordert werden.

Mittlerweile, es sind 13 Minuten vergangen, treffen die Kameraden aus Groß Pankow als erste vor Ort ein. Im Minutenabstand folgen die Wehren aus Siggelkow, Redlin und Burow-Gischow sowie die Rettungstransportwagen (RTW). Eine erste Schwierigkeit zeigte sich: Die an einer Straßenabzweigung postierte Person, der angebliche Jäger, sollte als Einweiser fungieren. Doch der war nicht da. "Der hatte wohl doch Panik bekommen", meinte ein Mitglied der Einsatzleitung. Auch das kann im Ernstfall vorkommen. Vor Ort werden die Kameraden in die angenommene Sachlage eingewiesen. Sie schwärmen sofort in einer Reihe aus, um das Waldstück zu durchkämmen. Nach einer Weile kommt der erste Funkspruch, dass eine Person gefunden sei, wenig später wird auch die zweite entdeckt.

Nun beginnt die Erstversorgung. Die künftigen Rettungsassistenten agieren im dichten Gestrüpp routiniert, durch den Kursleiter werden bestimmte Werte vorgegeben. "Blutdruck ist 70 zu nicht messbar und die Herzfrequenz beträgt 150", heißt es. Im wirklichen Leben bedeutet das: Schock. Es gibt eine Einschussstelle im Bauchbereich, aber im Rücken nur ein Hämatom. "Somit ist die Kugel noch im Körper und könnte für weitere innere Verletzungen gesorgt haben. Bei einem Austritt der Kugel wäre das Verletzungsbild klarer", sagt Poethke. Die Feuerwehrkameraden gehen den medizinischen Helfern zur Seite. Sie räumen Äste weg, halten den Tropf mit der Infusionslösung, helfen anschließend beim Tragen. Eine Kameradin mimt zusätzlich eine verletzte Einsatzkraft; sie war bei der Suchaktion umgenickt und hatte sich den Fuß verletzt. Nach rund einer halben Stunde ist die Übung beendet. Alle "Verletzten" sind ordnungsgemäß versorgt worden und der Weitertransport per Helikopter hätte erfolgen können. "Danke, es war ein Einsatz, wie er durchaus hätte vorkommen können und wie er in unserem Land auch schon passierte", so Einsatzleiter Eberhard Korf von der Feuerwehr. Auch die medakademie bedankte sich und lud alle Teilnehmer der Übung zu einem kleinen Grillimbiss ein.

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