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Lokales

15. Dezember 2017 | 14:59 Uhr

Angebot für Jugendliche fehlt

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erstellt am 17.Mai.2010 | 11:05 Uhr

Karl Scheube (SPD) ist langjähriger Vorsitzender des Ortsbeirates Brinckmansdorf. NNN-Autorin Jenny Pfeifer sprach mit ihm über Themen, die die Menschen im Stadtteil bewegen.

Welches Problem beschäftigt die Bewohner in Brinckmansdorf am stärksten?

Karl Scheube: Ein Problem für Bewohner aus Waldeslust und Kassebohm ist die Sperrung des Gehweges am Bahndamm zwischen der Neubrandenburger Straße und dem Kassebohmer Weg seit dem 28. Juli 2009. Nach einer Beratung mit der Stadtverwaltung kam heraus, dass die Stadt den Weg, der durch die Bahn bei Nacht und Nebel gesperrt wurde, kaufen soll und die Bahn drei defekte Lichtmasten rückbaut. Die Stadt soll dann den Weg in ihre Rechtsträgerschaft übernehmen. Die Bahn teilte dem Tief- und Hafenbauamt jedoch mit, dass sie den Weg nicht verkaufen werde und die entsprechenden Rechtsabteilungen eine Nutzung durch die Stadt vertraglich vorbereiten soll. In der Zwischenzeit haben sie sämtliche Laternen abgebaut. Der Weg muss zu allererst einmal wieder geöffnet werden. Im Anschluss daran sollten dann die Formalitäten zur Vergabe der Nutzung festgelegt werden.

Und wie geht es mit dem Jugendclub Brinckman-Treff weiter?
Der Verein hat sich Ende April aufgelöst. Von den Mitgliedern wurde das Gebäude zu einem Club ausgebaut und mit hohem Engagement betrieben. Wir brauchen einen Anlaufpunkt, wo sich Jung und Alt treffen können, doch das kostet Geld. Durch den zuständigen Senatsbereich ist ein Betreiber zu finden, der auch von bisherigen Nutzern wie unter anderem dem Verband Wohneigentum und der Volkssolidarität unterstützt werden muss. Ein Konzept für Jugendarbeit muss stehen.

Wie sieht es generell mit Angeboten und Betreuung für Kinder und Jugendliche in Brinckmansdorf aus?
Also, an Angeboten gibt es doch einige im Bereich Kindertagesstätte und Hort im Stadtteil. Die werden alle vom Institut Leben und Lernen betrieben. Leider gibt es keinen Jugendtreff mehr. Die Jugendlichen ab Realschulalter müssen in die Stadt zur Schule und sind somit den ganzen Tag dort gebunden. Man hat dann andere Interessen und Angebote, so dass im unmittelbaren Wohngebiet keine Aktivitäten stattfinden. Ein entsprechendes Angebot würde da bestimmt schon was ändern.

Hat das etwas mit der Schließung der Realschule zu tun?
Ja, ein Grund ist unter anderem, dass unser Antrag vor ein paar Jahren in der Bürgerschaft zur Realschulfortführung mit knapper Mehrheit wegen fehlender Kinder abgelehnt wurde. Kinder sind aber genügend da. Ab der fünften Klasse lernen sie nun alle in der Stadt und müssen täglich mit dem Bus zur Schule.

Und wie sieht das Angebot für Senioren aus?
Da ist dann mit Ausfall des Brinckman-Treffs nichts da. Wenn sie sich irgendwo einmieten wollen, kostet das Geld. Im Jan-Maat-Weg ist ein Pflegeheim, dort war mal eine Einrichtung in Betrieb.

Wie ist denn das gesellschaftliche Miteinander im Stadtteil?
Ein "dörfliches" Miteinander gibt es nicht. Ob Brinckmanshöhe oder Kassebohm, die meisten gehen tagsüber arbeiten und haben am Wochenende zu Hause zu tun. Schließlich haben schätzungsweise 80 bis 90 Prozent ein Eigenheim. Dieser Trend des Nebeneinanders ist leider nicht nur für Brinckmansdorf bezeichnend.

Wie hat sich denn der Stadtteil über die Jahre verändert und entwickelt?
In Kassebohm waren wir früher sieben Häuser und acht Spitzbuben. Nach der Wende gab es dort etwa 80 Wahlberechtigte und heute sind es zwischen 3000 und 4000 Leute. Brinckmanshöhe und der Hang Alt Bartelsdorf sind ebenfalls umfangreich besiedelt worden. Von der Planung und Bebauung her sind es schöne Wohngebiete geworden. Obwohl es sehr dicht bebaut ist, lockern großzügige Grünstreifen die Standorte auf. Hier gibt es aber ein Problem der Pflege.

Inwiefern ist Sauberkeit ein Problem?
Da sind wir beim Thema. Viele Hundehalter vergessen, dass sie nicht nur Rechte sondern auch Pflichten haben und lassen Hundekot auf Straßen und Wegen liegen. Besonders im Winter war dies im Schnee sichtbar. Ich verstehe nicht, mit welcher Gleichgültigkeit einige Halter handeln.

Wie sieht es mit der Versorgung an Lebensmitteln aus?
Die ist schlechter geworden. In den Wohngebieten Brinckmanshöhe, Brinckmansdorf und Kassebohm gibt es nichts mehr. Die mal da waren mussten schließen, da meist nur das gekauft wurde, was man beim Globus und anderen Einkaufszentren vergessen hatte. Davon kann ein Versorger hier nicht leben. Aber der Lidl an der Neubrandenburger Straße wird gut angenommen, weil er auch an einer Durchgangsstraße liegt.

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