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Arzneimittelreste auf keinen Fall in den Ausguss oder die Toilette werfen : Amt findet Arzneimittel in Kläranlagen

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GÜSTROW - Arzneimittel belasten die Gewässer von MV. Wie das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) in Güstrow am Montag mitteilte, wurden 26 Kläranlagen auf zwölf Arzneimittel untersucht.

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erstellt am 11.Jul.2011 | 08:28 Uhr

Arzneimittel belasten zunehmend die Gewässer von Mecklenburg-Vorpommern. Wie das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) in Güstrow am Montag mitteilte, wurden 26 Kläranlagen unterschiedlicher Größe auf zwölf Arzneimittel untersucht, darunter Mittel gegen Schmerzen und hohen Blutdruck (Betablocker), sowie zwei Röntgenkontrastmittel. Nach der Klärung seien die Wirkstoffe Carbamazepin (gegen Epilepsie), Diclofenac (gegen Gelenkerkrankungen) und Metoprolol (gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten) in allen Kläranlagen nachgewiesen worden.

Relativ häufig kamen Bisoprolol (gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen) und das Antibiotikum Sulfamethoxazol sowie Sotalol (gegen Herzrhythmusstörungen) vor. Auch die Röntgenkontrastmittel wurden häufig gefunden.

Diese Stoffe waren auch in Gewässern zu finden, in die geklärte Abwässer flossen, wenn auch in niedrigeren Konzentrationen.

Auffällig sei, dass in kleinen Kläranlagen auf dem dünn besiedelten Land erhöhte Arzneimittelkonzentrationen gefunden wurden. Vermutlich liege das am höheren Arzneimittelbedarf der überwiegend älteren Bevölkerung der kleinen Orte, hieß es.

Wie sich diese Stoffe in den Gewässern auswirken, sei noch wenig bekannt. Von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser seien für einige der untersuchten Wirkstoffe Umweltqualitätsnormen festgelegt. Bei manchen, darunter Diclofenac, seien die Normen in abflussarmen Gewässern Mecklenburg-Vorpommerns bereits überschritten.

Viele Arzneimittelwirkstoffe sind laut LUNG gut wasserlöslich und können in konventionellen Kläranlagen nicht oder nur unvollkommen zurückgehalten werden. Daher müsse der Arzneimitteleintrag vermieden werden. Arzneimittelreste sollten in keinem Fall in den Ausguss oder die Toilette geworfen werden, sondern bei den Apotheken zurückgegeben werden, mahnte das LUNG.

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