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Lokales

17. August 2017 | 04:02 Uhr

Ampelmännchen wartet auf Fußweg

vom

Mestlin | Seit der Wende steht eine Fußgängerampel am Mestliner Ortsrand zwischen Goldberg und Crivitz. Nur der dazu passende Fußweg bis zur Ampel an der viel befahrenen Landesstraße, die vielleicht sogar bald Bundesstraße wird, kommt und kommt nicht. Dabei gäbe es jetzt die Chance, denn umfangreiche Bauarbeiten am Kanalnetz haben begonnen. Doch die Gemeindevertreter lehnten den Fußweg kürzlich ab. Begründung: Das Schweriner Straßenbauamt habe ihn mehrfach nicht genehmigt. Das Amt widerspricht: Aus Mestlin liege gar kein Antrag vor.

Als nach der Wende die Mestliner Kreuzung der Landesstraße 15 und 16 eine Verkehrsampel erhielt, da dachten die Planer bereits weit voraus. So wurde seinerzeit bereits eine Ampelschaltung für Fußgänger installiert, die zur Gärtnerei wollen, obwohl gar kein Gehweg vorhanden ist. "Später wird das mal passieren", meinte man damals.

Nun sind viele Jahre vergangen und nichts geschah in Sachen Fußgängerweg. Bei häufigen Veranstaltungen in der Gärtnerei - so zuletzt der Tomatentag - wird dieser Bereich allerdings sehr stark frequentiert und Kunden der Gärtnerei kommen auch aus dem westlichen Teil Mestlins, die häufig diesen kürzeren Weg, als den über die Thomas-Müntzer-Straße nutzen. Auch wenn noch offen ist, ob der Gehweg bis zur Gärtnerei weitergeführt werden wird, so wäre zumindest dieser Teil bis zu Ampel und zu Überquerung der Landesstraße 15 sicherer.

Mittlerweile haben umfangreiche Bauarbeiten in Mestlin begonnen, unter anderem auch an der Kreuzung und in der Parchimer Straße.

Wer jetzt aber denkt, dass in diesem Zusammenhang auch das etwa 50 bis 60 Meter lange fehlende Gehwegstück errichtet wird, der irrt. Dabei wird der gesamte Bereich aufgerissen und nach den Kanalnetzverlegearbeiten wieder hergerichtet. So wäre es augenscheinlich kostengünstiger, gleich den Gehweg mit zu bauen. Später, irgendwann, wird das nur teurer.

Doch so einfach ist es nicht. Bürgermeister Uwe Schultze meinte auf Nachfrage dazu, dass im nichtöffentlichen Teil der Gemeindevertretersitzung am 18. August der Vorschlag debattiert und abgelehnt wurde. "Die Bürger können die Thomas-Müntzer-Straße, die einen Gehweg bis an die Landesstraße erhalten wird, nutzen", so Schultze. Außerdem meinte er, würde der Gehweg von der Ampel bis zur Gärtnerei fehlen, weil diesen "das Schweriner Straßenbauamt trotz mehrfacher Anträge stets nicht genehmigt habe".

Wozu wurde dann die Fußgängerampel installiert, wenn in diesem Bereich ein Gehweg nie geplant war? Bei der Nachfrage im Schweriner Straßenbauamt ergab unsere Recherche, dass dort keine Unterlagen zu einem möglichen Gehweg vorliegen. Bettina Bensler vom Bauamt im Amt Goldberg-Mildenitz bestätigt auf Nachfrage, dass ihr nichts von derartigen Anträgen bekannt sei. "Ein mögliches Projekt habe nie existiert und Anträge seien schriftlich nicht gestellt worden", so die Info aus dem Amt.

Manfred Bülow vom kreislichen Verkehrsamt kann die Entscheidung, den Gehweg nicht zu bauen, nicht nachvollziehen. Nach der Wende wurde die Bedarfsampel für Fußgänger extra installiert, in der Voraussicht, später den Gehweg nachzuholen. "Es ist eigentlich schade und nicht zu verstehen. Zumal in einem möglichen Radwegenetz, das ja auch diskutiert wird, hier eine gefahrlose Überquerung der Landesstraße ermöglicht werden würde", so der Verkehrsamtsleiter. Außerdem sei zu beachten, dass die Landesstraße 15 nach Plänen des Straßenbauamtes zukünftig vielleicht zu einer Bundesstraße deklariert werden könnte. Entsprechende Pläne, so hieß es aus dem Straßenbauamt, liegen seit Jahren vor. Über einen möglichen aktuellen Stand war allerdings nichts zu erfahren, da der betreffende Mitarbeiter sich im Urlaub befindet.

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erstellt am 30.Aug.2010 | 06:21 Uhr

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