Am Tropf der Kommunen

Tief getroffen von der Wirtschaftskrise, braucht der Flughafen Rostock-Laage neue Einnahmequellen. Als regionaler Airport mit geringem Flugaufkommen landen Hunderttausende Euro aus Fördertöpfen im Budget der Gesellschaft. An Privatisierung ist so überhaupt nicht zu denken.

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15. Oktober 2009, 09:04 Uhr

Rostock | Mit der Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH macht niemand ein großes Geschäft. "Das ist auch nicht Sinn eines solchen Flughafens", sagt Jochen Bruhn, Geschäftsführer der Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding (RVV). Im Auftrag der Stadt Rostock hält die RVV 54 Prozent Anteile am Flughafen. Ab 1. Januar 2010 soll nach seinen Plänen ein Aufsichtsrat die Geschicke der GmbH überwachen. "Die Wirtschaftskrise hat die ganze Flugbranche tief getroffen", sagt Maria Anna Muller, Geschäftsführerin des Flughafens. Ihre Gesellschaft stecke mitten drin. Es ist ein Minusgeschäft.

Sie kämpft um mehr Passagiere und Fracht. 2008 und 2009 hat sich das Transportvolumen verdoppelt. 2012 sollen es 10 000 Tonnen werden - "sportlich" bezeichnet Muller ihre selbstgesteckten Ziele. 2009 werden voraussichtlich etwa 3000 Tonnen in Laage verladen. Das Problem sei die Infrastruktur, aber dafür müsse sie investieren, sagt Muller. "Und Geld darf ich nicht ausgeben." Positiv: Mit den Flugschulen für Lufthansa und Bundeswehr sind die zur Verfügung stehenden Räume voll vermietet.

Und eine Privatisierung? "Daran ist überhaupt nicht zu denken", sagt Bruhn von der RVV. Dafür müsse das Unternehmen auf festen finanziellen Füßen stehen. "Das tut es nicht", sagt er. Kein Regionalflughafen in Deutschland tue das. Das Land hat es abgelehnt, auch nur Anteile zu erwerben. "Es gibt in der Bundesrepublik vielleicht fünf Flughäfen, die kostendeckend arbeiten", sagt Muller.

Der hiesige Flughafen erfüllt andere Aufgaben. Er kurbelt die Wirtschaft an, bringt Menschen nach MV, sorgt für Arbeitsplätze und macht die Region attraktiver für Unternehmen. Denoch befinden sich die Passagierzahlen bei Ferienmaschinen weiter im Sinkflug: 2007 waren es noch knapp 160 000 Gäste, 2009 werden nicht einmal mehr 60 000 erwartet.

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