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Lokales

23. November 2017 | 17:38 Uhr

Altstoffe erfüllen Kinderträume

vom

svz.de von
erstellt am 16.Mär.2011 | 05:11 Uhr

Neuendorf | Morgen, 13 Uhr, öffnet Roland Grigolath wieder das Tor zur großen Halle auf dem Gelände der Firma Kramer in Neuendorf. Denn am Donnerstag ist dort Annahmetag für alte Zeitungen und Zeitschriften, für Kartonagen und metallische Wertstoffe aber auch für Folien und Bücher. Kunden erhalten für einige dieser Wertstoffe ein paar Euros. Von diesem "Sero-System aus DDR-Zeiten" ist Unternehmer Peter Kramer, der Anfang der 90er-Jahre aus Schleswig-Holstein nach Mecklenburg kam, überzeugt.

Angefangen hatte alles vor mehr als zwei Jahren. Peter Kramer, der in Neuendorf eine Firma für Land- und Fahrzeugtechnik betreibt, stellte für das Geschäft mit dem Papier eine seiner Maschinenhallen zur Verfügung. Eine Geschäftsfrau mietete diese und arbeitete mit einem bundesweit agierenden Unternehmen zusammen. So konnten Menschen ihre "Altstoffe" abgeben und erhielten dafür ein paar Cent pro Kilogramm. Das Angebot fand in der Region regen Zuspruch, weiß der Neuendorfer. "Vor allem Kinder und Enkelkinder kamen mit ihren Eltern bzw. Großeltern hier auf den Hof, um ihr Taschengeld aufzubessern", erzählt Peter Kramer. Deshalb war der Neuendorfer auch verärgert, als er in der Vergangenheit immer wieder erfahren musste, das die Kunden ihr Geld nicht oder sehr spät bekommen. Eine Schulklasse habe über drei Monate auf ihr Geld gewartet. "Und oftmals kam auch nicht der Betrag, den sich die Kunden anhand der vorher ausgewiesenen Preise ausgerechnet hatten", erzählt Kramer. Ihn ärgerte diese Unzuverlässigkeit, auch wenn er damit eigentlich gar nichts zu tun hatte. "Ich habe aber mein Firmengelände zur Verfügung gestellt. Es geht auch um meinen guten Ruf", sagt Peter Kramer.

Auch deshalb geht es jetzt nach einer Pause und einer Umstrukturierung mit der Wertstoff- und Papierannahmestelle (Wupa) in Neuendorf weiter. Jeweils donnerstags von 13 bis 18 Uhr und sonnabends von 9 bis 12 Uhr erwarten Roland Grigolath und Gisela Knoth die Kunden. Der Neuendorfer verhandelt heute selbst mit Abfallunternehmen die Preise für die Wertstoffe aus, wohl wissend, dass gerade in dieser Branche das Preisniveau sehr schwankend ist. "So wissen wir aber selbst, was wir unseren Kunden anbieten können. Die können dann entscheiden, wann sie ihr Geld auf dem Konto haben möchte. Wir überweisen es entsprechend", erklärt Peter Kramer.

Die Wertstoff- und Papierannahme sei für ihn nur eine Nebengeschäft. Ihm gehe es dabei um das gesellschaftliche Anliegen. Zum einen können sich vor allem Kinder kleine Träume erfüllen und es geht um den sinnvollen Einsatz von Ressourcen und die Rückführung von Wertstoffen in den Wirtschaftskreislauf, sagt Peter Kramer.

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