"Altes Hospital" - ein Kinderparadies

Dank Fußbodenheizung kann Erzieherin Kristin Urbank mit den Krippenkinder nun besser  auf dem Boden spielen. Katarina sass
Dank Fußbodenheizung kann Erzieherin Kristin Urbank mit den Krippenkinder nun besser auf dem Boden spielen. Katarina sass

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29. November 2010, 06:30 Uhr

Lenzen | 64 Kinder der Kita "Zappelzwerge" in Lenzen haben ihr neues Domizil in Beschlag genommen. Gestern übergab der Bürgermeister Christian Steinkopf die stadteigene Immobilie an den Betreiber die "Sachtleben & Jäger Gbr". Für 314 000 Euro ist das "Alte Hospital" komplett neu saniert und erweitert worden. Die 64 Kita-Kinder besuchten zuvor die private Kita im DRK-Alten- und Pflegeheim "Lebenskreis".

Die kleinen Zappelzwerge in der Krippengruppe von Erzieherin Kristin Urbank und Heidi Dahlke ahnen noch nicht, was der Umzug für sie bedeutet. "Aber hier gibt es eine Fußbodenheizung, das ist sehr angenehm", sagt Kristin Urbank. Auch die kurzen Wege zu den Waschräumen seien ein Vorteil. Noch wirkt der Raum, freundlich in gelb und orange gehalten, etwas karg. Doch das soll sich ändern. Ein Doppelstockbett und Schränke kommen noch hinzu. Die übrigen Räume sind ebenfalls liebevoll eingerichtet. Besonderes Highlight: Die weiß getünchten urigen Dachbalken im Obergeschoss des Hauses. Was zuvor eher ein Schandfleck und ein "Klotz am Bein" war - so Bürgermeister Christian Steinkopf - ist heute ein Hingucker aus Stein und Holz. Dafür ließ man sich auch einiges kosten. Genauer: 134 200 Euro an Eigenmitteln und knapp 180 000 Euro Fördergelder. Ein großräumiger Spielplatz auf dem insgesamt 4500 Quadratmeter großen Grundstück ist noch am Entstehen.

Auf Dauer wurde Pacht zu teuer

Ein wichtiger Mann in diesem Projekt ist der Architekt. Frank Milbrett, selbst Lenzener, stand vor der Herausforderung, in dem Haus Platz für 64 Kinder zu schaffen. "Im Obergeschoss war die Bausubstanz noch ganz gut, unten mussten wir völlig entkernen." Die vergangenen Jahrzehnte haben ihre Spuren hinterlassen. Bürgermeister der Stadt, Christian Lenzen, ist froh, dass das "Alte Hospital", das jahrelang leer stand, nun wieder genutzt wird: "Hier sparen wir auf Dauer", sagt er und verweist auf die energetische Sanierung.

Die Entscheidung, das "Alte Hospital" einer neuen Nutzung zuzuführen, stand bereits Anfang des Jahres. Die Pacht im Seniorenheim "Lebenskreis" sei auf Dauer zu teuer geworden, die dortigen Räume waren auch viel zu groß, sagt das Stadtoberhaupt. "Die Kita in dem Pflegeheim zu betreiben, ist auch nicht mehr das Non-Plus-Ultra", nennt er einen weiteren Grund. Das DRK hat indes reagiert: Es bietet künftig eine eigene Kita in dem Heim an. Eltern haben jetzt die Wahl, nach welchem Konzept ihr Kind betreut werden soll. Die Sachtleben und Jäger Gbr bietet eine offene Arbeit an in Räumen, die in unterschiedliche Themenbereiche unterteilt sind. Die DRK-Kita setzt auf das Kneippsche Konzept - die ganzheitliche Gesundheitsförderung. Die Konkurrenzsituation wertet Bürgermeister Steinkopf positiv. Wettbewerb veranlasse immer dazu, besser zu sein. "Wir müssen wieder lernen, mit Konkurrenz umzugehen", so Steinkopf.

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