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Lokales

20. August 2017 | 02:31 Uhr

Alte Orangerie in neuer Blüte

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Ludwigslust | Die Komplett-Sanierung der Orangerie hat begonnen. Gestern trafen sich Vertreter aller beteiligten Firmen zur Bauanlaufberatung vor Ort. Nach notwendigen Abrissarbeiten und umfangreicher Entkernung soll bis Wintereinbruch das Dach neu gedeckt sein, um die kalten Monate für den Innenausbau nutzen zu können. Für Juni 2011 ist die Fertigstellung geplant.

Orangerie mag manchem nichts sagen. Es handelt sich dabei um jenes Gebäude auf dem Gelände der Produktivgenossenschaft "Storchennest" Ludwigslust e.G., das vor ca. 250 Jahren errichtet worden war. Zu herzoglichen Zeiten. Der Landsesfürst mochte es blumig und hatte eine Vorliebe für mediterrane Pflanzen. Um die trocken und warm über die auch damals kalten Winter zu bringen, hatte er die Orangerie bauen lassen. Mit Ende der adligen Zeiten verlor die Orangerie ihren Zweck, war zuletzt Blumenbinderei, diente als Pausenunterkunft und Sanitärtrakt.

"Seit 2004 schon", so Silvia Hinrichs, Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, "befassen wir uns mit der Sanierung des Hauses. " Mit mäßigem Erfolg, wie sie sagt, was nicht zuletzt an fehlenden Mitteln lag. Vor etwa einer Woche kam nun der Fördermittelbescheid aus Schwerin. Stadtverwaltung und Vertretung hatten sich dafür eingesetzt, dass beim "Vorhaben Orangerie" Städtebaufördermittel zur Anwendung kommen können. 48 Prozent der voraussichtlichen Gesamtinvestition von ca. 600 000 Euro werden es sein.

Und die machen einiges möglich an dem Gebäude, an dem der Zahn der Zeit heftig genagt hat, an dem Restauratoren im Auftrag des Denkmalsschutzes jetzt noch weitere "Wunden" schlugen. Die denkmalschützerischen Belange seien bei der jetzt begonnenen Sanierung primär, erklärte Karl-Heinz Schilling, Architekt bei BES & Partner, dem beauftragten Architekturbüro, das bis zur endgültigen Genehmigung sechs Sanierungsentwürfe vorlegte. Die Auflagen des Denkmalschutzes schmälern zwar den direkten Nutzeffekt für Produktivgenossenschaft und Sanddorn "Storchennest" GmbH, die ihre Firmensitze ab Mitte nächsten Jahres hierher verlegen wollen. Doch sehen Silvia Hinrichs und Karl-Heinz Schilling den im Projekt gefundenen Kompromiss für gelungen: Die Orangerie, in ihrer Art einmalig in Norddeutschland, wird nach historischen Vorlagen saniert. Der Großteil der Fläche wird daher einem so genannten Überwinterungsgarten mit großen Fenstern an der Südfront eingeräumt. Er wird später für Veranstaltungen, Präsentationen u.ä. genutzt. Links und rechts davon entstehen Büroräume. Wiederhergestellt wird der einst vorhandene Heizgang an der Nordseite. Hier wird ein Café installiert. Im Dachgeschoss, für dessen Nutzung die Genossenschaft eigentlich Wohnraum vorgesehen hatte, werden sich Ausstellungsräume befinden. Schließlich werden in einem Anbau moderne Sanitärräume untergebracht.

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erstellt am 10.Sep.2010 | 07:08 Uhr

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