Alte Mülltonnen haben ausgedient

Eine Armada aus grauem Kunststoff: Die alten Mülltonnen auf dem Sammelplatz in Perleberg an der  B 189. Lars Reinhold
Eine Armada aus grauem Kunststoff: Die alten Mülltonnen auf dem Sammelplatz in Perleberg an der B 189. Lars Reinhold

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22. März 2010, 08:06 Uhr

Prignitz | Wie eine Armada aus grauem Kunststoff muten sie an: die alten Mülltonnen auf dem Areal an der B 189 bei Perleberg. Denn seit 1. März werden sämtliche Mülltonnen im Landkreis gegen neue Behälter ausgetauscht. Und bis zum 1. April ist der Umtausch abgeschlossen, versicherte gestern auf "Prignitzer"-Nachfrage Peter Wladacz, Geschäftsführer der Becker Umweltdienste. Das in Wittenberge ansässige Unternehmen hatte zwar die kreisliche Ausschreibung verloren, wird aber im Auftrag des Unternehmens Tönsmeier die Müllentsorgung nach dem neuen computergestützte System übernehmen.

Bis zum 26. März sollen alle 120- und 240-Liter-Tonnen ausgetauscht sein, bis zum 1. April dann auch die großen 1100-Liter-Behälter. Denn egal, ob ab 1. April mit der neuen Seitenladertechnik oder per Hecklader entsorgt wird, neue Müllbehälter erhielten alle, erklärt Wladacz. Er bittet die Bürger, die alten Tonnen nach der letzten Leerung vor dem Haus stehen zu lassen, auch wenn sie nicht gleich abgeholt würden. "Wir versuchen das aber zeitnah."

Neu sind aber nicht nur die Mülltonnen, neu ist die gesamte Müllentsorgung ab dem 1. April. Und das bedeutet vor allem auch einen neuen Abfuhrrhythmus mit neuen Tourenplänen. Letztere waren am 17. März im amtlichen Mitteilungsblatt des Landkreises, dem "Prignitz-Express", veröffentlicht, sind aber auch spätestens ab 29. März im Internet unter www.landkreis-prignitz.de, Stichwort Tourenplan oder Abfallkalender, nachzulesen.

Und das sollte man auch tun, denn jahrelang gewohnte Wochentage müssen ab 1. April nicht mehr stimmen. Dafür aber ist es beispielsweise auf dem Land nicht mehr ganz so tragisch, wenn man bei 28-täglicher Entleerung einmal vergaß, die Mülltonne an die Straße zu stellen. Denn ab 1. April kommt das Müllfahrzeug alle 14 Tage auch in die Dörfer, in ausgewählten Straßen in Perleberg, Pritzwalk und Wittenberge zudem wöchentlich. Dabei ist zu beachten, dass bei einer Entleerung mit dem Seitenlader, im Tourenplan mit SL gekennzeichnet, die Mülltonne in Pfeilrichtung (auf dem Deckel vermerkt) zur Straße stehen muss, damit der jeweilige Fahrer von seinem Sitz aus die Tonne mit einem Greifarm des Müllfahrzeuges erfassen und leeren kann. Die Seitenladertechnik werde laut Wladacz vor allem im ländlichen Bereich eingesetzt, aber auch in einigen städtischen Siedlungsgebieten.

Doch zurück zum neuen Tourenplan. Der sorgt schon vor dem 1. April für Irritationen. Denn, so räumt Wladacz ein, es sei nicht in jedem Fall gelungen, mit der Umstellung die Abfuhrrhythmen weitestgehend einzuhalten. Das sei bedingt durch das völlig neue System einfach nicht möglich gewesen. "Wir haben ab dem 1. April ganz andere Bedingungen, eine völlig andere Satzung", macht der Becker-Geschäftsführer deutlich. Und er bittet um Verständnis, wenn sich die Abfuhr bei der Umstellung um ein paar Tage verzögert.

Das passiert nämlich in einigen wenigen Bereichen wie beispielsweise in der Blumensiedlung in Wittenberge. Dort ist die letzte Leerung nach altem System am 25. März. Nach neuem System fährt das Müllfahrzeug aber erst wieder am 14. April vor. Mit anderen Worten, die Betroffenen haben zwar bis Ende März für eine vierzehntägliche Entsorgung ihrer Mülltonnen bezahlt, erhalten aber für sechs Tage keine Leistung.

Denn ab 1. April zahlen sie ja Gebühren nach dem neuen System. Was ihnen lediglich bleibt, wenn die Mülltonne überquillt, ist der Kauf eines grauen Müllsacks. Eine Kulanz können sie dabei vom Landkreis nicht erwarten. "Das ist durch den Systemwechsel bedingt", betont Andreas Much, Sachbereichsleiter Abfallwirtschaft der Kreisverwaltung. Es sei auch bei der bisherigen Abfuhr schon zu Verschiebungen bei den Tourenplänen vom alten zum neuen Jahr gekommen, hätte es bei 28-täglicher Entleerung auch schon mal fünf Wochen bis zur nächsten Entleerung im Januar gedauert.

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