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Lokales

25. September 2017 | 08:16 Uhr

Als wäre die Zeit stehen geblieben

vom

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erstellt am 20.Mär.2011 | 05:35 Uhr

SCHWERIN | In der DDR galten sie als das Pop-Traumpaar schlechthin. Dann 1974, nach sieben Ehejahren, kam die Scheidung, und Chris Dork und Frank Schöbel gingen getrennte Wege. Am Sonnabend standen beide im Capitol wieder zusammen auf einer Bühne. Als sich der Vorhang im ausverkauften Saal öffnete, wurde zuerst Frank Schöbel von den rund 800 Fans mit begeistertem Applaus empfangen.

Mit seiner jüngsten Komposition "Hautnah", gleichlautend mit dem Tourneemotto, begrüßte der Sänger sein Publikum. "Dieser Saal ist mir sehr gut in Erinnerung geblieben. Als Junge habe ich hier einen Auftritt meiner Mutter erlebt, die in Schwerin als Sängerin ein mehrtägiges Engagement hatte", erinnerte sich der am 11. Dezember 1942 in Leipzig geborene Entertainer. Mit sportlicher Jeans und schwarzem Jackett wirkte er nicht wie ein End-Sechziger, sondern eher wie Mitte 50.

Noch einmal brandete stürmischer Applaus auf, als Chris Doerk die Bühne betrat. Mit der deutschen Version von "Summertime" sang sie von der "Zeit unserer Liebe. Doch nach einigen Sommern war die Liebe vorbei...".

Zwischen den Evergreens plauderten Chris und Frank mit Humor und viel Ironie von den alten Zeiten. Damals, als sie Fan-Briefe mit folgendem Inhalt bekamen: "Die Beatles sind tot, die Stones sind krank! Lang leben die Fans von Chris und Frank."

Erster Höhepunkt des musikalischen Programms waren die vorgetragenen Titel aus dem Defa-Kultfilm "Heißer Sommer". Der Streifen aus dem Jahr 1967 war den meisten Fans im Capitol noch gut im Gedächtnis verhaftet, so wurde kräftig mitgeklatscht, als Chris Doerk die Film-Evergreens "Männer, die noch keine sind" und "Was erleben" anstimmte.

Im Laufe der Show gab es jede Menge weiterer Ohrwürmer. Frank Schöbel eröffnete ein Hit-Medley mit dem Gassenhauer "Ich geh vom Nordpol zum Südpol zu Fuß". Seinen größten internationalen Erfolgsschlager stellte er in neuem Arrangement vor: "Wie ein Stern" ließ die Herzen der versammelten Fans höher schlagen. Dieser Schlager sei damals sein Reisepass in den Westen gewesen, erinnerte sich der Sänger. Beim TV-Auftritt im Westfernsehen von "Studio B" stand Frank Schöbel gemeinsam mit James Last und Orchester auf der Bühne. Ein denkwürdiger Moment ost-westdeutscher Showgeschichte. Erstaunlich, wie modern und frisch "Wie ein Stern" auch heute noch klingen kann. Großen Anteil daran hatte neben dem Sänger die großartige Band des Abends, die mit den Gitarristen Till Paulmann und Stefan Schirrmacher sowie dem Multi-Instrumentalisten Alexander Kirfe langjährige und kompetente musikalische Partner Frank Schöbels präsentierte.

Die Stimmung auf der Bühne und im Saal war während der gesamten Show absolut entspannt, fast familiär. Am Ende der Show verabschiedeten sich Chris und Frank mit einem brandneuen Song, der durchaus das Zeug zu einem Evergreen hat: "Du bleibst ein Teil meines Lebens". Fazit des rund zweistündigen Programms: Die Schweriner Bühnen-Wiedervereinigung des geschiedenen und über lange Zeit zerstrittenen Traumpaares bot perfekte Unterhaltung zwischen Schlager und Pop, war ein voller Erfolg. Auch Dirk Mattenklott vom Capitol-Management war am Ende sehr zufrieden, plant für die kommende Saison bereits eine weitere Veranstaltung mit Frank Schöbel und seiner Band. Dann soll das 50-jährige Bühnenjubiläum des Sängers gefeiert werden.

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