Als Partner in einem Zukunftsmarkt

Einer der Türme des Offshore-Windparks Baltic 1 wird aufgestellt.
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Einer der Türme des Offshore-Windparks Baltic 1 wird aufgestellt.

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02. November 2010, 08:02 Uhr

Rostock | Der Offshore-Windpark EnBW Baltic I geht der Fertigstellung entgegen. Alle 21 kirchturmhohen Anlagen des ersten kommerziellen Offshore-Windparks in der Ostsee stehen. Zum Jahresende wird die Inbetriebnahme der 2,3 Megawatt-Turbinen angesteuert, die künftig mit einer Gesamtleistung von rund 50 Megawatt jährlich Strom für rund 50 000 Haushalte erzeugen. Gegenwärtig sind Restarbeiten im Gange, unter anderem noch einige der insgesamt 60 Kilometer Seekabel von Markgrafenheide bis zur Umspannstation des Windparks zu verlegen und einzuspülen. Beim Endspurt der Bauleute steht auch Stefan Pentschew von Inros Lackner als einer der Partner des künftigen Netzbetreibers Vattenfall noch in heißen Stiefeln. Er wird die Arbeiten des Kabellegers überwachen, der in dieser Woche von Brunsbüttel beziehungsweise Kiel erwartet wird und bei gutem Wetter in vier Tagen zehn Kilometer Kabel verlegen kann.

Er und weitere Kollegen von Inros Lackner wie Dr. Jens Unger, Projektleiter Wasserbau, und Matthias Berndt, Fachbereichsleiter Elektrotechnik, sind seit längerem mit verschiedenen Aufgaben bei der Realisierung dieses Projekts eingebunden. Und nicht nur hier gibt das Unternehmen, das in Rostock und Bremen seine Hauptstandorte hat, die Visitenkarte ab.

Inros Lackner begleitet die Entwicklungen im Zukunftsmarkt der Offshore-Windenergie seit den Anfängen in den 1990er-Jahren. So waren die Planer des Unternehmens seit 2002 auch bei der Errichtung einer Anlage im Breitling dabei, die 2005 realisiert wurde. Mit dieser Anlage wurde ein Prototyp geschaffen, der für die Planung und den Bau zu errichtender Offshore-Windparks und als Trainingszentrum für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an vergleichbaren Anlagen eine zentrale Rolle spielt. Im Auftrage von Nordex Energy und Wind-Projekt aus Börgerende erfolgten Planungsleistungen für die Gründung der Anlage und schließlich auch die örtliche Bauüberwachung.

Die komplette Planung und die Bauüberwachung wurde 2006/ 2007 bei der Errichtung der Messplattform FINO 2 durchgeführt. Die unter Regie des Warnemünder Schifffahrtsinstituts errichtete und heute vom Germanischen Lloyd betriebene Anlage im Dreiländereck von Dänemark, Schweden und Deutschland liefert aufschlussreiche Daten für den Aufbau und den Betrieb des künftigen Offshore-Windparks Baltic 2, der zunächst unter dem Namen Kriegers Flak konzipiert war.

Inzwischen ist in der Nordsee die nächste Forschungsplattform, FINO 3, errichtet worden. Auch hiermit sollen wichtige technische, meteorologische, hydrologische und ökologische Antworten gewonen werden, die für die Umsetzung von Windparks entscheidend sind. Dieses unter Regie des Forschungs- und Entwicklungszentrums der Fachhochschule Kiel 2008/ 2009 realisierte Projekt wurde von Inros Lackner mit Teilleistungen begleitet.

Die erste Anlage von Baltic 1 war am 2. August 2010 im Seegebiet 16 Kilometer nördlich der Halbinsel Darss/ Zingst errichtet wurden. Dann ging es Schlag auf Schlag. Während von Rostocks aus die Plattform "Sea Worker" die Fundamente von EEW brachte und im rund sieben Quadratkilometer großen Areal setzte, wurden mit dem Spezialschiff "Sea Power" jeweils drei Anlagen zugleich von Gedser ins Baufeld gebracht und dort installiert. Bereits am 2. September war die Arbeit getan. Inzwischen folgten Kaltinbetriebnahmen der Windkraftanlagen und Umspannstation, Tests der internen Verkabelung der Parks und letzte Kolkschutzarbeiten. Bis zu ihrer finalen Inbetriebnahme werden Umspannstation und Windkraftanlagen im Stand-by-Modus gehalten, berichtet der Investor EnBW.

Von der Entwicklungs- und Konstruktionsphase über die Sicherung der Kabellegung bis zur Bauüberwachung der Installationsarbeiten waren und sind Mitarbeiter von Inros Lackner gefragt. Auch in den nun folgenden Bau des Parks Baltic 2 sind sie involviert. So ist die Munitionsberäumung angelaufen, sind Vorkehrungen zur Verlegung des Seekabels zu treffen, das von Baltic 1 über eine Länge von 57 Kilometern weitergeführt wird. Umfangreiche Aufgaben warten hier von der Planung bis zur Bauaufsicht der Installationsarbeiten. Weitere Teileistungen sind für die Offshore-Windparks Dan Tysk, Global Tech I und Nordergründe in der Nordsee gefragt.

Für jeden neuen Auftag sei aber immer erst wieder die eigene Leistungsfähigkeit zu beweisen, sagt Stefan Pentschew. Der 38-jährige gebürtige Rostocker, der in Wismar Bauwesen studierte, ist seit 1998 bei Inros Lackner. In dem Zukunftsmarkt tätig zu sein, mache ihm Spaß, sei aber immer wieder eine Herausforderung, betont er.

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