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Lokales

19. November 2017 | 15:30 Uhr

Als der Handel den Mangel verwaltete

vom

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2009 | 05:38 Uhr

Hagenow | Es war nicht Ostalgie, die die ehemaligen Mitarbeiter der DDR Handelsorganisation (HO) am Sonnabend in die Hagenower Gaststätte Steak House führte. Wenngleich sie sich alle aus vielen DDR-Jahren gemeinsamer Arbeit kannten, trauern sie nicht den alten Zeiten nach, als der Handel in der DDR der Verwalter des Mangels war, wie sie heute alle wissen. Jürgen Müller und Otto Ringel bereiten die Treffen vor.

In jedem Jahr kommen ehemalige HO-Mitarbeiter, Verkaufstellenleiter, Verkäuferinnen, Gaststättenleiter regelmäßig zusammen. Es ist ein Treffen von Mitarbeitern, wie Otto Ringel im Gespräch mit SVZ betonte, die jahrelang zusammen gearbeitet haben und die sich freuen, sich in dieser Runde immer wieder treffen zu dürfen, um allerdings auch über die alten Zeiten zu sprechen. "Vor 60 Jahren wurden in Boizenburg und danach in Hagenow die ersten HO-Verkaufsstellen eröffnet. In einer Zeit, als die gesamten Waren rationiert waren, kündigte die deutsche Wirtschaftskommission im Oktober 1948 den freien Verkauf von Lebensmittel und Gebrauchtwaren an. Das war die Geburtsstunde der HO", erzählt Otto Ringel über die historischen Zusammenhänge jener Zeit.

Lotte Jarmer (82) ist eine Zeitzeugin, und sie erinnert sich an die Eröffnung des ersten HO-Ladens in Boizenburg, in dem sie vor 60 Jahren Verkäuferin war, die Otto Ringel festgehalten hat.

"Lange vor Öffnungsbeginn standen schon viele Leute vor der Verkaufstelle. Ich dachte, was werden sie bloß sagen, wenn sie unsere Preise sehen. Wir hatten ein richtiges Gemischtwarensortiment, Lebensmittel, Textilwaren, auch heiße Bockwurst. Nach der Öffnung des Geschäftes kauften die Menschen, das hätte ich nicht für möglich gehalten." Lotte Jarmer, die übrigens am Sonnabend in Hagenow mit dabei war, hatte vor 60 Jahren ein Monatsgehalt von 175 Mark. Sie arbeitet viele Jahre bei der HO.

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