Neuauflage des Sommermuseums : Als der erste Parchimer Auto fuhr

<fettakgl>Museumschef Wolfgang Kaelcke</fettakgl> freut sich, dass es ein Foto vom Auto der Familie Bauer gibt.<fotos>Wolfried Pätzold</fotos>
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Museumschef Wolfgang Kaelcke freut sich, dass es ein Foto vom Auto der Familie Bauer gibt.Wolfried Pätzold

Da haben die Parchimer sicher große Augen bekommen, als Helmut Bauer im Jahre 1902 im schmucken Auto durch die Altstadt fuhr. Schließlich besaß er dort das erste private Fahrzeug mit vier Rädern und Motorantrieb.

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06. März 2013, 12:08 Uhr

Da haben die Parchimer sicher große Augen bekommen, als Helmut Bauer im Jahre 1902 mit seiner Familie im schmucken Auto durch die Altstadt fuhr. Schließlich besaß der Inhaber der gleichnamigen Maschinenfabrik das erste private Fahrzeug mit vier Rädern und Motorantrieb in seiner Heimatstadt. Seine Frau soll übrigens das erste Fahrrad in der Stadt besessen haben. Helmut Bauer war später auch der erste Vorsitzende des örtlichen Fahrradclubs "Schwalbe". Auf diese und andere Fakten ist Museumschef Wolfgang Kaelcke bei seinen Recherchen für die Neuauflage des Sommermuseums gestoßen. "Wir wollen an diesem Erfolgsprojekt unbedingt festhalten", betont Dirk Johannisson, als Fachbereichsleiter für Kultur zuständig. Bewährt habe sich seit mehr als zehn Jahren, dass die Sonderschau - die vor, während und nach den Ferien Leben in die Stadt bringen soll -von Mitarbeitern der Stadtverwaltung, dem Museumsteam, ehrenamtlichen Helfern und Mitgliedern des Heimatbundes gemeinsam vorbereitet und durchgeführt wird. "Mit relativ geringem finanziellem Aufwand konnten bislang zehn sehr anspruchsvolle Ausstellungen gezeigt werden, die Besucher aller Altersgruppen angelockt haben", freut sich Dirk Johannisson, der sich sicher ist, dass auch das diesjährige Thema ins Schwarze treffen wird.

Unter dem Titel "Zu Land, zu Wasser und in der Luft - Parchimer Verkehr vergangener Jahrhunderte", sollen die Lebensadern der Stadt vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart noch einmal lebendig werden. "Da gibt es jede Menge Material im Fundus unseres Museums. Das reicht von Belegen über die ersten Handelswege bis zum Flugplatz als inzwischen internationalem Drehkreuz", macht Wolfgang Kaelcke neugierig. Auf dem so genannten "Fanter-Boden" - einem Raum der im historischen Zinnhaus nach einem früheren Kaufmann benannt worden ist - haben die Macher des Sommermuseums mit der Vorarbeit bereits begonnen. In dem mehr als 400 Jahre alten Zinnhaus wird die Sonderschau vom 10. Juni bis 18. August auf zwei Etagen zu sehen sein. Die Wobau unterstützt als Gebäudeeigentümer das Kulturprojekt seit Jahren. Für Dirk Johannssion ist das auch ein Beleg dafür, dass der Erfolg des Sommermuseums viele Väter hat.

Wolfgang Kaelcke stellt klar, dass es nahe liegt, sich dem Thema Verkehr anzunehmen. "Die Entwicklung der Stadt ist ohne Wege, Straßen, Verkehrsmittel und den damit beschäftigten Menschen nicht denkbar", gibt der Historiker zu bedenken. Aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung von Parchim passierte auf diesem Gebiet viel. Postkutschen, Eisenbahn und auch Pferdeschlitten waren aus dem Alltag nicht wegzudenken. Und auch die Fliegerei prägt Parchim mit dem Flughafen vor den Toren der Stadt bis in die aktuelle Zeit.

Fakten und Dokumente hat das Museumsteam bereits in großer Zahl zusammen getragen. Interessante Gespräche gab es bereits mit den Eisenbahnfreunden und Mitarbeitern des Reisedienstes. "Wichtig ist uns, dass wir erneut ein lebendiges Museum anbieten. Nur so wird es uns gelingen, auch Feriengäste und junge Leute in die Sonderaustellung zu locken", weiß Wolfgang Kaelcke aus Erfahrung. Deshalb legt er großen Wert auf die anschaulichen Exponate, die die rund 30 Infotafeln ergänzen sollen. Da Originalstücke wie z.B. das erste Auto eines Parchimers, eine Postkutsche oder die historische Dampflok nicht mehr zur Verfügung stehen, sollen vor allem Modelle eingesetzt werden. Über zahlreiche interessante Stücke verfügt das Museum, andere werden ausgeliehen. "Wir würden uns freuen, wenn die Parchimer, die selbst noch über historische Modelle verfügen, diese für die Zeit der Sonderausstellung ausleihen. Auch für Hinweise sind wir dankbar", sagt Wolfgang Kaelcke.

Damit die Schau zehn Wochen lang täglich geöffnet werden kann, bauen die Veranstalter erneut auf die Unterstützung der Mitstreiter des Heimatbundes und von Schülern. "Das hat immer hervorragend geklappt", betont Dirk Johannisson.

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