Alles bleibt anders am offenen Sonntag

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29. Juli 2010, 08:11 Uhr

Nordwestmecklenburg | Verkaufsoffene Sonntage werden ab Anfang August vor allem in den Städten der Region, weniger an der Ostseeküste etwas anders aussehen als bisher. Nachdem die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs dem Kompromiss bei den Ladenöffnungszeiten zugestimmt hat, gibt es einige Neuerungen. Faktisch bleibt aber vieles wie gehabt.

"Es war ein großer Schock für uns und die Gewerbetreibenden, als die Bäderregelung im April gekippt wurde", sagt Boltenhagens Kurdirektor Dieter Dunkelmann. In Zusammenarbeit mit Wirtschaftsminister Jürgen Seidel, dem Tourismusverband und den Kurorten sei aber ein guter Kompromiss mit den Kirchen gefunden worden. Der neuen Verordnung zufolge wird die Ladenöffnung ab 1. August nur noch an bis zu 33 Sonntagen im Jahr in 96 Orten und Ortsteilen in der Zeit von 13 bis 18 Uhr möglich sein.

Aus Dunkelmanns Sicht sei beim Thema Sonntags-Öffnungszeiten in den vergangenen Jahren übertrieben worden. Für Städte im Binnenland - auch für Zentren wie die Landeshauptstadt Schwerin - sollte seiner Ansicht nach die Regelung nicht gelten. Wer dort wohnt, könne auch das Angebot in den Kurorten nutzen. "Wir haben jetzt aber auch in den Wintermonaten viele Tagesgäste, die aus dem Landesinneren oder dem benachbarten Schleswig-Holstein kommen - aber hauptsächlich am Wochenende", sagt Dieter Dunkelmann. "Und die wollen sich nicht die Nase an den Geschäften platt drücken, sondern auch hinein gehen." Diesen Trend sieht Boltenhagens Kurdirektor in den Städten des Binnenlandes nicht so sehr.

Er ist froh, dass mit der Neuregelung ausgedünnt wurde. Jetzt gelte die Bäderregelung tatsächlich für die Kur- und Erholungsorte und die seien im Kurortgesetz des Landes klar definiert. An den vier Sonntagen, die unter das Ladenschlussgesetz fallen, bleibt alles beim Alten. An den restlichen drei Sonntagen jedoch dürfen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 1500 Quadratmeter nicht mehr öffnen.

Eine weitere Änderung der Bäderregelung betrifft die Region ebenfalls kaum: Bau-, Möbel- und Autohäuser bleiben an den zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntagen landesweit geschlossen. "An den vier Sonntagen, die unter das Ladenschlussgesetz fallen, dürfen aber auch diese Geschäfte weiterhin öffnen", so Gunnar Bauer, Sprecher des Landeswirtschaftsministeriums. Für die betroffenen Geschäftszweige ist ein verkaufsoffener Sonntag aber ohnehin nicht sonderlich reizvoll. Vier sind in allen Kleinstädten weiterhin möglich. Auch, dass nur noch an höchstens zwei aufeinander folgenden Sonntagen Geschäfte geöffnet werden dürfen, dürfte im Nordwestkreis kaum Konsequenzen haben.

"In den vergangenen Jahren gab es in Rehna, meine ich, zwei verkaufsoffene Sonntage im Jahr. Uns betrifft die Neuregelung also nicht", sagt Torsten Arndt vom Verein für Handel und Handwerk.

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