Geschenke der Menschlichkeit : Allen, die alleine sind, Freude bringen

Heike Ruedel und die Zarrentiner Wählergemeinschaft „Bürgernahe für Bürgernähe“ bitten Bevölkerung um Mitarbeit bei Adressen-Ermittlung

svz.de von
03. Dezember 2013, 07:00 Uhr

„Wer einen Nachbarn oder Bekannten kennt, der den Heiligen Abend, also den 24. Dezember, ohne Familie verbringt, der sollte uns dessen Adresse bis zum zweiten Advent mitteilen. Wir als Wählergemeinschaft ,Bürgernahe für Bürgernähe’ würden mit Hilfe der Zarrentiner Bevölkerung diesen Männern und Frauen gerne an diesem Tag eine Freude machen“, erklärt Heike Ruedel den Hintergrund einer geplanten Aktion. Die 51-Jährige ist seit einem Jahr Mitglied in der örtlichen Wählergemeinschaft, deren mittlerweile 25 Mitstreiter es sich auf die Fahne geschrieben haben, im Miteinander füreinander einzustehen.


Adressen bitte bis zum zweiten Advent abgeben


„Die Adressen können bei mir im Blumengeschäft, Hauptstrasse 1, abgegeben werden. So können wir dann ganz gezielt Päckchen packen, die von kostümierten Kindern Heiligabend ab Mittag ausgetragen werden“, betont Heike Ruedel weiter, die Erfahrung darin hat, anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Schließlich hat sie bereits vor zwei Jahren mit dafür gesorgt, dass bedürftige Kinder in der Schaalseestadt beschenkt wurden. „Ich kriege heute noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke“, gesteht die gebürtige Zarrentinerin. Dass es so viele Mädchen und Jungen in ihrer Heimatstadt gäbe, die vom Leben benachteiligt wären, hätte sie niemals für möglich gehalten. „Da haben sich beispielsweise zwei Kinder zusammen eine Eintrittskarte für das Pahlhuus gewünscht, andere wollten ein paar Handschuhe, eine Skihose oder nur Kekse. Wir konnten damals viele von ihnen glücklich machen. Das werde ich niemals vergessen, mit wie wenig man Kindern eine Freude bereiten kann. denn wir haben die Geschenke selbst gekauft und auch selbst ausgetragen.“ Im nächsten Jahr wolle man diese nette Geste der Mitmenschlichkeit wiederholen, verspricht die rührige Geschäftsfrau.

Um die diesjährige Geschenkaktion zu finanzieren, haben die Bürgernahen bisher 100 Tütchen mit selbstgebackenem Gebäck befüllt, die im Geschäft von Heike Ruedel neben vielen anderen Dingen verkauft werden. Der Erlös wandert in ein großes Spendenglas. Ebenso das, was die Kunden bereit sind, finanziellbeizusteuern.

Vor zwei Wochen habe auch ein Adventsbasar stattgefunden, berichtet die Zarrentinerin. „So haben wir bisher insgesamt 326,80 Euro zusammen. Eine schöne Summe, die mithelfen soll, einsamen Menschen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind und es Einwohner gibt, die an sie denken.“ Selbst in ihrer Straße wisse sie um zwei bis drei Bewohner, die recht zurückgezogen lebten, weil sie keinen mehr hätten, der sich um sie kümmere.

„Ich will auch mit dem Altenheim in der Möllnschen Straße noch Kontakt aufnehmen. Aber ich weiß eben auch, dass viele Junge alleine zu Hause sitzen. Und sich besonders an solch einem Tag verlassen fühlen. Zarrentin ist groß geworden, früher kannten sich alle. Mehr oder weniger. Heute ist das leider nicht mehr so.“

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