Alle wollen in die Innenstadt

Rostocker Panorama: Entwicklung zum Wirtschafts- und Wissenschaftszentrum.geos
Rostocker Panorama: Entwicklung zum Wirtschafts- und Wissenschaftszentrum.geos

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11. Mai 2011, 07:31 Uhr

Rostock | Die Nachfrage nach Baugrundstücken am Stadtrand und im Speckgürtel sinkt rapide, dafür steigt das Interesse an Wohnungen in Zentrumsnähe massiv. Der Trend der Nachwendejahre auf dem Rostocker Wohnungsmarkt kehrt sich damit um. Ein Anlass für die Stadtplaner der Verwaltung, sich mit dem Wohnen der Zukunft in der Hansestadt zu beschäftigen. Am Dienstag, 17. Mai, laden sie deshalb ab 17 Uhr zu einem öffentlichen Forum ins Rathaus ein.

Unter dem Titel "Wohnen in Rostock 2025" diskutieren Experten der Stadtverwaltung, der Architektenkammer, von Wohnungsgenossenschaften, Wohnprojekten und der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (RGS). Einwohner sind eingeladen, Fragen zu stellen und ihre Meinung einzubringen. "Wir wollen wissen, wie sich Rostocker das Wohnen in ihrer Stadt in Zukunft vorstellen", sagt Patrick Schmidt, Sachgebietsleiter für Stadtentwicklungsplanung im Rathaus. Die Ergebnisse des Forums sollen in die Leitlinien zur Stadtentwicklung einfließen und der Bürgerschaft als Beschlussvorlage möglichst noch in diesem Jahr vorgelegt werden.

Weniger Einwohner, mehr Singles

Wichtig beim Planen für zukünftigen Wohnraum ist die demografische Entwicklung. So muss einerseits mit einem leichten Bevölkerungsrückgang in Rostock gerechnet werden. Andererseits nimmt aller Voraussicht nach der Bedarf an Wohnungen für Senioren und Singles zu. "Darüber hinaus müssen wir uns Gedanken machen, wie Rostock als Wohnstandort für kreative Köpfe, junge Familien und Nachwuchswissenschaftler attraktiv wird", sagt Dr. Hinrich Lembcke, der im Rathaus den Bereich Stadt- und Regionalentwicklung bearbeitet. Hier seien das Wohnen im Zentrum und am Wasser wichtige Schlagworte.

Mit einer so rapiden Abwanderung wie in anderen ostdeutschen Städten habe Rostock nach Angaben von Schmidt nicht zu kämpfen. "Die Lage hat sich in der Hansestadt besser stabilisiert", sagt der Sachgebietsleiter. Dennoch müsse auch Rostock über einen Umbau der großen Plattenbaugebiete nachdenken. "Sinnvoll ist das, wenn es behutsam geschieht und die bestehenden Erschließungsstrukturen weiter genutzt werden können", so Schmidt. Er betont, dass aber nicht nur die Plattenbaugebiete im Fokus der Stadtentwicklung stehen. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Wohnraum in der Innenstadt müsse auch darüber nachgedacht werden, ob die im Flächennutzungsplan der Stadt vorgesehenen Wohngebiete am Stadtrand, wie zum Beispiel in Biestow, in der Größenordnung noch notwendig seien.

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