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Premiere in Parchim begeisterte jugendliches Publikum : Alkohol? Nur gut für ein Bühnenstück

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Mit einem riesigen Beifall wurde Donnerstag Vormittag die neueste Premiere im Landestheater Parchim gefeiert. „Ich komma saufen“ heißt das Ein-Personen-Stück mit Andreas Flick (Foto), in der Regie von Carl M. Pohla.

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erstellt am 17.Mär.2011 | 07:05 Uhr

Parchim | Mit "Ich komma saufen" hatte gestern im Mecklenburgischen Landestheater Parchim ein Stück Premiere, welches nicht nur im Malsaal des Hauses in der Blutstraße aufgeführt werden kann, "sondern auch an jedem anderen Ort, vorrangig in den Schulen der Region und darüber hinaus", so Theaterleiter Thomas Ott-Albrecht.

Premierengäste waren diesmal die Klassen 8 a und 8c des Friedrich-Franz-Gymnasiums. Finanziert wurde der Besuch durch den Förderverein "Spot an" des Landestheaters und von der Sparkasse Parchim-Lübz. "Wir wollen dem Theater helfen und die Jugend für dieses Kunsterlebnis begeistern", sagte Sparkassenvorstandsmitglied Heike Fredrich, während sie symbolisch eine Spende von 4500 Euro an den Verein übergab. Das Geld stammt aus dem Verkauf der Sparkassen-Kalender. Wie der Vorsitzende des Fördervereins Fritz-Detlev Witte ankündigte, möchte der Verein einen Teil dieser Spende auch verwenden, um die Beförderungskosten für Theaterfahrten zwischen Schulstandort und der Kreisstadt zu minimieren.

Doch zurück zur gestrigen Premiere. Pia Paul (14) aus der Klasse 8a ist gespannt und möchte sich überraschen lassen: "Ich erwarte ein bisschen Aufklärung zum Thema Alkohol", sagte sie vor Beginn der Aufführung. Dann erlebte sie mit ihren Mitschülern den Schauspieler Andreas Flick, der es als Alleindarsteller verstand, die Jugendlichen in seinen Bann zu ziehen. Ohne auch nur einmal den erhobenen Zeigefinger zu benutzen, sprach er über Alkohol und seine negativen Folgen. "Es war sehr eindrucksvoll und schreckt vielleicht ein wenig ab. So krass hätte ich es nicht erwartet", meinte Pia Paul nach der Premiere. Regisseur Carl M. Pohla und Schauspieler Andreas Flick gelang eine sensible, jugendgemäße Umsetzung des Stückes von Holger Schober. Wer erwartet, dass ein saufender Schauspieler über die Bühne torkelt, liegt falsch. Aus der mitgeführten Aktentasche lugt lediglich eine Bier- und eine Schnapsflasche hervor, die aber nicht angerührt wurde. Nur mit Mitteln der Sprache und Gestik werden dem Publikum Fakten und Folgen des unkontrollierten Suchtverhaltens nahe gebracht. Nach der Vorstellung standen mit Jacqueline Röhr und Marcus Müller zwei erfahrene Mitarbeiter der Suchtberatung Parchim als Gesprächspartner zur Verfügung. Zur Premierenfeier hatten die Theaterleute alkoholfreie Getränke sowie einen Obstsalat vorbereitet, der auch für eine selbstgemixte promillefreie Bowle genutzt werden konnte.

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