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Lokales

17. Oktober 2017 | 06:14 Uhr

Algen machen Süßigkeiten grün

vom

svz.de von
erstellt am 28.Apr.2011 | 09:48 Uhr

Dem lauten Ruf der Langen Nacht der Wissenschaften „Mitwisser gesucht“ sind gestern Abend rund 7000 Rostocker und Gäste aus dem Umland gefolgt. Zwischen 18 und 23 Uhr öffneten Labore, Hörsäle und Werkstätten wieder weit ihre Türen, um wissbegierige Besucher zu empfangen und all ihre Fragen zu beantworten. Bei der achten Auflage der Veranstaltung blieb fast kein Thema unbehandelt. Die neusten Erkenntnisse in den Naturwissenschaften wurden in Vorträgen ebenso thematisiert wie innovative medizinische Verfahren. Neben den vielen verschiedenen Vorträgen sorgten vor allem Experimente und Mitmach-Aktionen für viel Publikum.

Einige Wissensdurstige kamen zum ersten Mal, andere hatten bereits Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr. „Im letzten Jahr habe ich selbst einen Physik-Vortrag gehalten. Heute schaue ich mich bei den Musikwissenschaftlern um“, sagte die 19-jährige Studentin Ann-Katrin Köhn. Weniger mit Ton, vielmehr mit Lichteffekten ging es in einer kleinen Werkstatt im Erdgeschoss des Instituts für Chemie zu. Inmitten einer großen Traube aus Zuschauern saß Roland Weihs und erhitzte verschiedene Glasstücke, um sie anschließend mit seiner Atemluft zu Kugeln zu formen. Während immer wieder die Flamme aufleuchtete, erklärte Weihs, was er da tut. Die aufmerksamen Zuhörer durften sogar selbst eine Glaskugel ausformen. Dabei galt es, sanft und regelmäßig zu blasen. Dass diese Kunst ein wenig Übung erfordert, bewiesen eine Reihe von Fehlversuchen. Wer zu schnell blies, hatte am Ende eine Kugel mit Loch.

DNA der Banane isolieren

Viele der insgesamt 180 Veranstaltungen richteten sich auch an Kinder. Der Forschungsverbund Mecklenburg-Vorpommern konzentrierte sich mit seinem Projekt „Schullabor Biologisch“ auf kleinere und größere Kinder. Sie konnten sich an Papierchromatografien versuchen und auch die DNA von Bananen isolieren. Im Institut für Physik waren die Experimente mindestens ebenso spannend. Dort ging es um das große Thema Zeit. Wie wird sie erlebt, gemessen, eingeteilt und gezählt? Diese und andere Fragen sollten mit Hilfe der Anschauungsmaterialien geklärt werden. Chris Lappe, Student der Physik im achten Semester, erklärte Besuchern die einzelnen Experimente und Modelle.
Im Institut für Biowissenschaften stand die Alge im Mittelpunkt des Interesses. Ob in rot, braun oder grün, die verschiedenen Arten fallen vor allem durch ihre Farbintensität auf. So nutzen viele Lebensmittelhersteller die Algen, um ihre Produkte auf natürliche Weise zu färben. Fernab der naturwissenschaftlichen Labore gab es gestern Abend in der Universitätskirche ein spannendes Schauspiel, das sich unter der Fragestellung „450 Volt – und wie weit würden Sie gehen?“ einem Experiment der Sozialpsychologie widmete. Studenten des Instituts für Pädagogische Psychologie stellten dabei das so genannte Milgram-Experiment nach. Dabei wird die Bereitschaft einer Person getestet, inwiefern sie autoritären Anweisungen auch dann Folge leistet, wenn sie in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen stehen. Ein Lehrer muss bei einem Fehlverhalten seinen Schüler mit einem Stromschlag bestrafen.


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