zur Navigation springen
Lokales

16. Dezember 2017 | 02:24 Uhr

"Aidablu" endlich im Heimathafen

vom

svz.de von
erstellt am 05.Mai.2010 | 08:21 Uhr

Warnemünde | Ein letztes Mal steht er auf dem Sonnendeck und genießt die weitläufige Sicht über das Ostseebad Warnemünde. Jonas Schröter (8) ahnt, dass er diesen seltenen Ausblick so schnell nicht wieder bekommen wird. Bei der Reise über die Ostsee hat der Grundschüler so großen Gefallen an der "Aidablu" gefunden, dass er gar nicht wieder runter von dem Schiff möchte: "Ich könnte noch einen ganzen Monat hier bleiben, wenn ich dürfte." Es war seine erste Schiffsreise.

Nach dem Einlaufen in den Warnemünder Seekanal machte das neueste Flaggschiff der Reederei Aida Cruises gestern früh gegen 6.30 Uhr am Liegeplatz Pier 7 fest. Als erster Passagierdampfer in diesem Jahr hat der Neubau damit die Kreuzfahrtsaison eröffnet. Ein Konvoi aus Schleppern, einem Feuerlöschboot und mehreren Fahrgastschiffen begrüßte das schwimmende Hotel. Außerdem schafften es viele Warnemünder und Urlauber früh aus dem Bett, um einen ersten Blick auf den Kreuzer zu erhaschen. Schließlich ist es das erste Mal überhaupt, dass die "Aidablu" im Ostseebad einläuft. "Von nun an wird sie fast alle zehn Tage am Warnemünder Pier anlegen", sagt Kapitän Dr. Friedhold Hoppert. Denn von seinem Heimathafen aus startet das 252 Meter lange Schiff während der Saison ganze 13-mal eine Rundtour, bei der die europäischen Städte Tallinn, St. Petersburg, Helsinki, Stockholm, Danzig, Kopenhagen und Oslo angesteuert werden. Zwischendurch fährt der in der Papenburger Meyer-Werft gebaute Meeresriese einige Male von Hamburg aus zu fünftägigen Kurztrips nach Dänemark und Norwegen.

Für ein verlängertes Wochenende gönnte sich Familie Schröter diesen Törn mit Endziel Warnemünde. Gestern ist Jonas von Bord des nagelneuen Kreuzfahrtschiffes "Aidablu" gegangen. Mit seinen Eltern Daniela und Holger und seinem Bruder Florian (12) war er zuvor von Hamburg aus für fünf Tage in See gestochen. "Die Reise erstreckte sich über Kopenhagen und Oslo", sagt Mutter Daniela, die auch wehmütig auf die vergangenen Tage zurückblickt. Für sie und die ganze Familie war die Reise ein völlig neues Erlebnis. "Es war ein riesiges Abenteuer, das wir gerne wiederholen möchten", sagt sie. Im Gepäck für die Heimreise nach Thüringen sind viele einmalige Impressionen. Noch ein paar Tage ranhängen, das geht leider nicht, denn Jonas und Florian müssen wieder die Schulbank drücken. "Aber wir sind regelmäßig in Warnemünde, weil wir die Ostsee lieben", sagt Papa Holger. Ein Wiedersehen mit dem Kussmund noch in diesem Jahr hält er für nicht ausgeschlossen - wenn es auch nur vom Land aus sein wird.

Die "Aidablu" hat im Anschluss an die Taufe in Hamburg am 9. Februar die Jungfernfahrt nach Mallorca problemlos absolviert. Von dort aus ging es zurück nach Hamburg und dann nach Warnemünde. Während dieser Zeit konnte Kapitän Hoppert sich schon gut an den Stahlriesen gewöhnen. "Im Prinzip ist es wie ein Auto. In einem stetigen Prozess lernt man es kennen", sagt der erfahrene Seemann, der mit dem neuen Riesen bereits eine Einheit ist. Das konnte er am gestrigen Abend beim Ablegen beweisen.

Der Abschied von Warnemünde fiel beeindruckend aus. Viele Einheimische und Urlauber feierten die erste "Portparty" dieses Jahres. Unter dem Motto "Willkommen zu Hause Aidablu", entließ die feiernde Menge den gerade erst angekommenen Kreuzer auch gleich wieder auf die offene See. Mit musikalischer Untermalung des Shantychores "Luv und Lee" und dem Rostocker Gitarrenduo "Mission for Two" sowie einem anmutigen Schlepperballett mit Walzerklängen ließen die am Ufer stehenden Gäste den Abend schwungvoll ausklingen. Ein Feuerwerk der Fernwehgefühle und Funken verlieh der Abfahrt des Kreuzfahrers im Sonnenuntergang eine ganz besondere Atmosphäre. Am 7. Juni wird es bei einem Vierfach-Anlauf erneute eine große feierliche Abschiedsveranstaltung geben. Weitere "Portpartys" folgen am 10. Juli, am 18. August und am 11. September.

Bereits am Montag setzt die "Celebrity Eclipse" mit 315 Metern Länge als größtes aller eintreffenden Passagierschiffe die Kreuzfahrtsaison fort. Am Mittwoch folgt die "Athena" und am Freitag macht die "Norwegian Sun" fest. Insgesamt wird es bis zum 16. September in Warnemünde 113 Anläufe von 33 Schiffen geben. Sie bringen etwa 200 000 Touristen aus der ganzen Welt. Rostock erwartet somit einen Passagierrekord.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen