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Arbeitskreis in der Region Sternberg vor seiner Gründung : Aha-Effekt für Schule und Wirtschaft

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Bewerbertraining, Ausbildungswegweiser, Jobbörse, Lehrerfortbildungstag in einem Betrieb oder Seminar für Studenten sind einige Aktivitäten des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft Wismar-Nordwestmecklenburg.

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erstellt am 26.Jan.2011 | 08:19 Uhr

Sternberg | Auf 64 ist die Zahl der Mitglieder im Arbeitskreis Schule und Wirtschaft Wismar-Nordwestmecklenburg angestiegen. Zwei Drittel kommen aus der Wirtschaft, ein Drittel sind Lehrer, vor allem für Arbeit, Wirtschaft, Technik (ABT). Bei der Gründung 2005 war es der erste Arbeitskreis dieser Art in den neuen Bundesländern. Über seine Inhalte berichtete der 1. Vorsitzende Klaus-Dieter Herms auf einer Informationsveranstaltung gestern Nachmittag im Sternberger Seehotel. Denn es besteht die Absicht, so ein Gremium auch hier in der Region ins Leben zu rufen.

Bewerbertraining, Ausbildungswegweiser, Jobbörse, Lehrerfortbildungstag in einem Betrieb, Seminar für Studenten oder Stammtisch an jedem ersten Mittwoch im Monat sind einige Aktivitäten des Arbeitskreises, und als Höhepunkt eine Info-Börse zum Berufsstart. "Für die Ausbildungsbörse mussten wir früher Klinken putzen. Heute stehen die Unternehmen zwar nicht Schlange, aber es ist viel leichter geworden, Teilnehmer zu finden", weiß Klaus-Dieter Herms aus Erfahrung.

Landesweit gibt es inzwischen 17 derartige Arbeitskreise, der 18. wird heute auf der Insel Rügen gegründet, sagt Margit Quilitz vom Bildungswerk der Wirtschaft. Sie koordiniert diese ehrenamt lichen Gremien in einer Landesarbeitsgemeinschaft. Seit anderthalb Jahren besteht ein Arbeitskreis für Parchim-Lübz. Diesen im gesamten Landkreis zu etablieren, wurde verworfen, weil die Region Sternberg eine spezifische Interessenlage habe, sagt Thomas Bohn, Chef vom Parchimer Übergangsmanagement Schule-Beruf (ParMa), das vom Landkreis gefördert wird. Dessen Internetplattform beschränke sich auf Informationen, über den Arbeitskreis erfolge ein Austausch, ein gegenseitiges Kennenlernen. Die Unternehmen hätten Interesse daran wegen Überalterung, fehlenden Fachkräftenachwuchses und nachlassender Qualität der künftigen Auszubildenenden, die Schulen aufgrund stark begrenzter Ressourcen. Alle vier Monate komme der Arbeitskreis zusammen, immer nur ein Teil der eingeschriebenen 80 Mitglieder, doch bei jedem Treffen gäbe es Aha-Effekte, erklärt Bohn.

Kommunale Selbstverwaltung funtioniere nur mit einer leistungsstarken Wirtschaft, und die brauche nachrückende Fachkräfte, begründete Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt das Engagement der Stadt für einen Arbeitskreis SchuleWirtschaft. Er moderierte mit Petra Langpap, Leiterin der Kooperativen Gesamtschule Sternberg, die gestrige Diskussion. "Wir arbeiten mit den Betrieben bei den Praktika zusammen. Eine gute Idee ist der Lehrerfortbildungstag in Unternehmen", meint Petra Langpap. Ihre Amtskollegin Christina Schuhmann von der Regionalen Schule Brüel berichtet vom Praxislerntag einmal pro Woche. Er finde großen Anklang. Schüler würden dabei Anfahrtswege nach Sternberg, Crivitz und Schwerin auf sich nehmen. Nun alle Aktivitäten in einem Arbeitskreis zusammenzuführen, mache Sinn, meint Christina Schuhmann.

Überrascht waren die meisten Teilnehmer aus der Runde von dieser Zahl: In der Sternberger Region stehen Schulabgängern 153 Ausbildungsberufe zur Wahl.

Auch Stefan Eickhoff, Verantwort licher für Pflanzenproduktion im Güterverbund Wamckow, hält es für notwendig, die Kontakte zwischen Wirtschaft und Schule auszubauen. Er könne sich zum Beispiel eine Praxiswoche nicht nur im Frühjahr, wie bisher, sondern außerdem eine im Herbst vorstellen. "Wir müssen die Schüler an die Hand nehmen, Interesse für die Betriebe in der Region wecken. Das geht am besten, wenn sie die Arbeit anfassen können", so Eickhoff.

Die Vertreter von Schulen, Betrieben, Arbeitsagentur, Berufsverbänden, Sparkasse, DRK, aus Gemeinden und Behörden stimmten zum Schluss ab: Beim nächsten Treffen wird der Arbeitskreis SchuleWirtschaft für die Region Sternberg gegründet.


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