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Afghane setzte am Wochenende Hungerstreik fort

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Horst | Ein junger Mann aus Afghanistan lenkte die öffentliche Aufmerksamkeit auf die zentrale Aufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge und Migranten in Horst. Mit einem Hungerstreik protestiert der Asylbewerber gegen seine Unterbringung in dieser Einrichtung, in der er über die gesetzlich vorgeschriebenen drei Monate bleiben muss. So teilte es der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern am Freitag in Schwerin mit und zeigte sich bestürzt über diese Aktion. Der Verband monierte, dass die Unterbringung der Flüchtlinge in Horst den Standards widerspreche, die für die übrigen Gemeinschaftsunterkünfte im Land vorgeschrieben sind. So befände sich die Erstaufnahme und die dort angesiedelte Landesgemeinschaftsunterkunft nicht in einer Stadt oder einem Dorf, sondern auf einem abgelegenen Gelände im Wald, was zu Problemen bei der Erreichbarkeit von Rechtsanwälten, Ärzten und anderen Unterstützungsangeboten führe. Das Innenministerium wies die Vorwürfe des Flüchtlingsrates als haltlos zurück. Nach Auskunft eines Sprechers entspreche die Versorgung der Flüchtlinge voll den Anforderungen an eine menschenwürdige Unterbringung von Asylbewerbern. "Wenn es berechtigte Kritik von Heimbewohnern gibt, wird dieser nachgegangen."

Dass dieser Hungerstreik bereits fast eine Woche andauern soll, wollte am Wochenende niemand in der Einrichtung weder bestätigen noch dementieren. Es hieß lediglich, dass der junge Mann aus Afghanistan wohl in den Hungerstreik getreten sein soll und daneben sich 15 bis 30 Personen mit ihm solidarisiert hätten. Zur Entspannung der Situation soll nach einem Gespräch am Freitag mit drei der betreffenden Personen in dieser Woche eine weiteres Gespräch folgen. Das Wochenende sei, wie es hieß, ohne nennenswerte Vorkommnisse verlaufen.

Die Landeseinrichtung in Horst ist seit 1993 in Betrieb, hat eine Kapazität von 650 Plätzen und kooperiert seit 2006 mit Hamburg. Derzeit betreuen die Mitarbeiter der Malteser Werke gGmbH hier rund 360 Asylbewerber. Das Gros von ihnen kommt aus Somalia, dem Irak und Iran sowie aus Afghanistan und Serbien.

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erstellt am 19.Sep.2010 | 06:33 Uhr

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