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Ehemalige KfL-Flächen in Dabel und Thurow bleiben Sorgenkinder : Ärger wächst über Schandflecke im Ort

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Der Schnee der letzten Wochen hatte auch die alten Stallanlagen in Sternberger Burg weniger trist aussehen lassen. Doch mit dem Tauwetter kommt das Ärgernis wieder ungeschönt zu Tage. Ratten haben sich dort eingenistet.

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2011 | 05:27 Uhr

Sternberg | Der Schnee der letzten Wochen hatte auch die alten Stallanlagen in Sternberger Burg weniger trist aussehen lassen. Doch mit dem Tauwetter kommt das Ärgernis wieder ungeschönt zu Tage. Weitaus schlimmer: Dort hätten sich auch Ratten eingenistet, sagt Bodo Bathke vom nahen Landgasthof Sternberger Burg. Er könne nicht verstehen, dass sich niemand um die alten Stallanlagen kümmert.

Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt sieht keinen Handlungsbedarf für das Areal, das einst zur LPG Groß Raden gehörte und jetzt im Eigentum der Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten mbH (GESA)mit Sitz in Berlin ist. "Wir können nur wirksam werden, wenn von dem Grundstück Gefahr aus geht. Und dies ist nicht gegeben", dämpft Quandt mögliche Erwartungen.

"Das Grundstück befindet sich seit dem 19. April 2010 im Eigentum unserer Gesellschaft", bestätigt Gudrun Finger von der GESA auf SVZ-Anfrage. Auf dem Grundstück sei noch in Zuständigkeit der BVVG ein Teilrückbau erfolgt, weiß sie. "Das Grundstück wird, wie auch andere Flächen, von einer externen Verwalterfirma betreut. Nach unserem Kenntnisstand gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Hinweis auf ein Verkehrssicherungsproblem", stellt Gudrun Finger fest. Das Grundstück stehe zur Vermarktung und solle mittelfristig weiterveräußert werden, kündigt sie an. Denkbar wäre über den Weg einer Auktion. "Da die zukünftige Nutzung durch einen potentiellen Erwerber entschieden wird, planen wir derzeit keine baulichen Aktivitäten auf der Fläche", erklärt sie.

Ein ähnlicher Schandfleck ist der ehemalige KfL in Holzendorf. Dieses Gelände ist kommunales Eigentum. Die Gemeinde Dabel hat es vor rund vier Jahren über eine Zwangsversteigerung erworben. "Damals meinten wir, die Problematik über Fördermittel geregelt zu bekommen", sagt Bürgermeister Herbert Rohde. Geld gibt es bis heute nicht. Über 30 000 Euro hatte sich Dabel noch einmal ein Gutachten kosten lassen, um zu wissen, welche Fläche wie kontaminiert ist, so der Bürgermeister. "Wir bemühen uns weiterhin um Fördermittel. Ich werde mich auch 2011 wieder dafür einsetzen. Wir hätten lieber heute als morgen die Fläche beräumt", sagt Rohde. Denn im Eigentum der Gemeinde fallen für das ehemalige KfL auch Kosten für die Verkehrssicherungspflicht an. "Bürger aus der Gemeinde und aus anderen Orten entsorgen dort illegal. Da wird rückwärts herangefahren...", ärgert sich der Bürgermeister.

Ein großes Loch im Zaun klafft am früheren KfL in Thurow. Den Eigentümer der über drei Hektar großen Fläche zu benennen, fällt Brüels Bürgermeister Jürgen Goldberg schwer. Ein Konsortium, weiß er. Eine Adresse führt bis ins Ausland. Die Stadt hatte als Gläubiger schon 2001 beim Parchimer Amtsgericht eine Zwangsversteigerung auf den Weg gebracht. Die war gescheitert. 2008 nahm Brüel erneut Anlauf und schob eine Zwangsversteigerung an. Zuständig war da das Landgericht Frankfurt/Oder. Jetzt ist es wieder das Amtsgericht Parchim. "Wir haben die Zwangsversteigerung beantragt. Wir wollen das Areal erwerben, weil es dann die Möglichkeit gibt, es mit Hilfe von Fördermitteln beräumen zu lassen. Es handelt sich um eine große Fläche, günstig gelegen. Es gibt immer mal wieder Anfragen zu dieser Liegenschaft", sagt Goldberg.

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