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Lokales

20. August 2017 | 15:35 Uhr

Ärger um minimalistische Haltestelle

vom

Leussow | In Leussow gibt es drei Bushaltestellen - zwei mit Wartehäuschen und Haltespur und eine, die lediglich durch ein Haltestellenschild auffällt. Und um genau die gibt es seit einiger Zeit Ärger. Diese letzte Haltestelle, an der auch keine Laterne leuchtet, ist ausgerechnet der Einsteigepunkt, den die Grundschüler - sechs bis zehn Jahren - nutzen müssen, um morgens 6.40 Uhr den Bus Richtung Kummer zu nehmen. Besorgte Eltern machen sich daher Gedanken über die Sicherheit ihrer Sprösslinge. "Die Kinder stehen da bei Wind und Wetter ungeschützt. Direkt an der Durchfahrtsstraße, auf der morgens viel Berufsverkehr durchgeht", sagt Kati Hube. Sie ist nicht die einzige Mutti, die damit ein Problem hat.

Es gibt weitere Eltern, die mit der Unterstützung der Gemeinde seit Monaten um dessen Abhilfe bemüht sind: "Der Bus", sagt Kati Hube, "kommt aus Laupin, nimmt unsere Kinder auf, fährt dann nach Loosen weiter über Göhlen nach Kummer. Käme er von Loosen nochmals zurück nach Leussow, könnten unsere Kinder ein paar hundert Meter hinter ihrer jetzigen Einstiegsstelle zusteigen - dort, wo sowohl Buswartehäuschen als auch Haltespur vorhanden sind."

Die Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft, die die Linie im öffentlichen Personennahverkehr fährt, sieht darin für sich allerdings keine akzeptable Lösung. "Zum einen würde das für uns doppelte Fahrstrecke bedeuten, andererseits würde das die Linie kaputtmachen", sagt Detlef Arndt, Leiter der LVG-Niederlassung in Ludwigslust. Der Bus steuere jetzt nach Loosen ja auch noch Krenzliner Hütte und Klein Krams an.

Tatsächlich scheint da auf Seiten der Ludwigsluster zum einen wenig Verständnis für die Befürchtungen der Eltern, andererseits scheint es kaum Verhandlungsmasse zu geben. Vor Monaten, als die Leussower einen ersten Vorstoß unternahmen, bekamen sie von der LVG ebenfalls ein kategorisches Nein. Damals hatten sie vorgeschlagen, dass die Kinder bereits in Leussow zusteigen und die morgendliche Tour über Laupin und zurück schon mitfahren sollten. Doch auch damals wehrte die LVG ab: Versicherungstechnisch sei es Vorschrift, dass Schulkinder auf der jeweils kürzesten Strecke zu befördern seien. "Ich kann die LVG nicht verstehen", sagt Kati Hube, "sollte die Sicherheit von Kindern nicht Vorrang vor allem anderen haben? Stattdessen werden uns Kilometer vorgerechnet und Vorschriften bemüht. Ein paar Kilometer mehr Busfahrt ist in meinen Augen immer noch sicherer als das Warten an der viel befahrenen Landesstraße."

Bürgermeister Steffen Gladewitz kennt das Problem und steht hinter seinen Eltern. Auf ihrer letzten Sitzung haben er und die Gemeindevertreter fürs erste die kleine Lösung beschlossen: "Wir werden eines der Wartehäuschen von den Haltestellen an der Kirche umsetzen. Wann, kann ich noch nicht sagen." Auch, ob es irgendwann eine Bustasche geben wird, weiß Gladewitz noch nicht. Eines weiß er jedoch gewiss: Die LVG, die Dienstleistungsunternehmen ist, lasse hier einiges an Entgegenkommen vermissen.

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erstellt am 13.Sep.2010 | 06:12 Uhr

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