Einzelhändler und Bürgermeister ungehalten : Ärger über Crivitzer Brückenbaustelle

Wütend: Ladenbesitzer Bodo Karalus glaubt, dass er aufgrund der Schilder einen deutlichen Kundenrückgang zu verbuchen habe.
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Wütend: Ladenbesitzer Bodo Karalus glaubt, dass er aufgrund der Schilder einen deutlichen Kundenrückgang zu verbuchen habe.

Bodo Karalus ärgert sich. In seinem Anglerbedarf-Geschäft gibt es immer weniger Kunden. Dies führt der 51-Jährige auch auf Schilder zurück, die seit Beginn der Bauarbeiten an der Eisenbahnbrücke den Lastverkehr umleiten.

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08. Dezember 2010, 08:38 Uhr

Crivitz | Bodo Karalus ärgert sich. In seinem Geschäft für Anglerbedarf an der Großen Straße in der Innenstadt von Crivitz stehen viele Angelruten und Käscher. Nur Kunden, die gibt es in seinem Laden immer weniger. Dies führt der 51-Jährige vor allem auch auf Schilder zurück, die seit Beginn der Bauarbeiten an der Eisenbahnbrücke über die Trammer Straße den Lastverkehr überhalb von 7,5 Tonnen umleiten. Er finde es zwar in Ordnung, dass Lkw um die Brückenbaustelle herumgeführt werden. "Doch die Schilder sind so missverständlich, dass für ortsunkundige Autofahrer zum Teil der Eindruck erweckt wird, die Zufahrt nach Crivitz sei komplett gesperrt", sagt Karalus.

Vor allem bei älteren Stammkunden aus Schwerin, Raben Steinfeld und Pinnow merke er die Einbußen deutlich. "Ich führe eine Stammkundendatei, daran kann ich den Einbruch ziemlich genau ablesen", sagt der gebürtige Crivitzer. Er spricht von Einbußen in Höhe von 25 bis 30 Prozent.

Auch Elisabeth Renker glaubt, dass die Baustelle dazu beigetragen habe, dass es in der Crivitzer Innenstadt noch ruhiger geworden sei. Die 59-Jährige betreibt seit 13 Jahren das "Lädchen" in der Straße Am Markt. "Es ist sowieso schon ein Kampf, aber seit der Baustelle ist es noch schwieriger geworden", so Renker. Dass es in Crivitz immer ruhiger werde, dazu habe allerdings auch die Umgehungsstraße beigetragen.

Beim Bauamt des Amts Crivitz versteht Amtsleiter Kai-Uwe Wacker die Aufregung nur bedingt. "Die Umleitungsschilder stehen rechtmäßig und sind vom Straßenverkehrsamt des Landkreises Parchim abgesegnet", so Wacker. Die Umleitung werde während der Bauzeit Bestand haben, es gäbe keinen Grund, die Beschilderung zu ändern.

Bürgermeister sauer: Zeitplan konnte nicht eingehalten werden

Auch der Crivitzer Bürgermeister Ulrich Güßmann (CDU) sieht das Problem der irritierenden Schilder nicht. "Es werden nur Lkw umgeleitet und aus meiner Sicht ist die Beschilderung eindeutig", so der Bürgermeister. Doch beim Thema Brückenbaustelle geht auch Güßmann die Hutschnur hoch. Vor allem über den Bauherrn, die Deutsche Bahn AG, ärgert er sich. "Die schlechte Baukoordination der Bahn ist ein Unding", so Güßmann. Der zeitliche Rahmen sei in keiner Weise eingehalten worden und er könne den Unmut der Bürger gut verstehen. "Das gehört sich nicht", resümiert er.

Ursprünglich hatte die neue Brücke Ende November eingesetzt werden sollen, dies ist nach Angaben der Deutschen Bahn nun für den Zeitraum zwischen dem 16. und 20. Dezember geplant (SVZ berichtete). Ganz gleich, ob dieser Termin eingehalten werden kann: Für das Auflegen der neuen Brücke muss die Trammer Straße vollständig gesperrt werden. Dann nicht nur für Lkw, sondern für alle Verkehrsteilnehmer. Zum Leidwesen der Gewerbetreibenden in der Innenstadt. Sie befürchten, dass das Leben in der Innenstadt in dieser Zeit vollständig zum Erliegen kommen könnte.

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