Äpfel rollen noch bis Sonnabend

Nur noch bis Sonnabend besteht in Dodow die Möglichkeit für individuelle Ablieferer, ihre Früchte gegen Saft oder Geld einzutauschen.Dieter Hirschmann
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Nur noch bis Sonnabend besteht in Dodow die Möglichkeit für individuelle Ablieferer, ihre Früchte gegen Saft oder Geld einzutauschen.Dieter Hirschmann

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28. Oktober 2009, 07:01 Uhr

Dodow | Der Apfelaufkauf bei Fruchtquell in Dodow hat eine lange Tradition. Am Sonnabend rollen die Früchte in dieser Saison zum letzten Mal auf das Förderband der Annahmestelle.

Die individuelle Apfelannahme spielt für das Dodower Verarbeitungsunternehmen eine wichtige Rolle. Nach den Worten von Fruchtquell-Geschäftsführer Frank Jehring war das Mengen-Aufkommen zur Überraschung vieler nicht so groß wie im vergangenen Jahr.

In insgesamt zwölf Aufkaufstellen in Nordwestmecklenburg, Parchim, Schwerin, in der Prignitz und in Neuhaus haben die individuellen Produzenten die Möglichkeit, ihre Früchte abzuliefern.

"In den einzelnen Aufkaufstellen werden wir in diesem Jahr eine Menge von rund 4000 Tonnen bei einer Gesamtverarbeitungsmenge von etwa 30 000 Tonnen realisieren können. Das ist allerdings weniger als vor einem Jahr", machte Jehring gestern im SVZ-Gespräch deutlich. Jetzt, wenn die Saison zu Ende ist, geht es an die Auswertung der individuellen Ablieferung. Ein Schwerpunkt für das neue Jahr, so Jehring, wird es sein, zukünftig die Ablieferung der Früchte für die Produzenten noch attraktiver zu machen. In den einzelnen Aufkaufstellen wurde in diesem Jahr eine Menge von etwas mehr als zehn Prozent des Gesamtaufkommen des Unternehmens realisiert. Bei der gegenwärtigen Preisentwicklung beim Apfelaufkauf nach unten lohnt es nach den Worten von Jehring nicht, noch weitere Aufkaufstellen zu eröffnen. Aufwand und Ergebnis müssen hier in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Allerdings ist jährlich eine Entscheidung gefragt, weil sich die Bedingungen ändern.

In Dodow war das Team um Brigitte Wollenberg Ansprechpartner für die vielen Kleinlieferanten, die für 100 Kilogramm Äpfel in dieser Saison 14 Liter Apfelsaft bekamen.

Die gebrachten Früchte gehen zusammen mit der eigenen Ernte in den Verarbeitungsprozess des Unternehmens ein. Im Sommer hatte das Unternehmen die Verarbeitungskapazitäten erhöht. Neben dem Saft werden auch natürliche Aromen und Konzentrate aus den Früchten gewonnen, die für die Herstellung weiterer Produkte erforderlich sind.

Wenngleich es dem Unternehmen nach den Worten von Frank Jehring gut geht, ist es erforderlich, die Entwicklung auf dem Markt im Auge zu behalten. Und da gibt es aufgrund der aktuellen Krise Verschiebungen beim Absatz. "Der Verbraucher bevorzugt derzeit beim Kauf mehr fruchtsafthaltige Produkte, nicht mehr so sehr Fruchtsäfte. Das sehen wir in der Mengenentwicklung. Diese Erzeugnisse sind preislich günstiger. Darauf müssen wir reagieren. Hinzu kommt eine Reihe neuer Produkte, die wir im nächsten Jahr vorstellen werden", macht Jehring auf die aktuelle Entwicklung aufmerksam. Eine weitere Richtung ist die Bio-Produktion. 50 Hektar Apfelplantage werden umgestellt, das dauert drei Jahre, ein Jahr ist bereits vergangen.

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