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Lokales

19. November 2017 | 06:16 Uhr

Adrenalin-Kick am Neujahrstag

vom

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2011 | 07:27 Uhr

Zarrentin | Vorbereitet? Nein, vorbereitet hat sie sich nicht. Karin Siemers kennt Eisbaden nur aus dem Fernsehen. "Ich wollte das in meinem Leben schon immer mal machen. Und jetzt bin ich hier", sagt die Wittenburgerin. In Bademantel und Latschen steht sie am Neujahrstag am Schaalseestrand. Als sie das letzte Mal hier war, blies ein warmer Wind und es waren 23 Grad. Heute misst das Wasser 2 Grad Celcius. Drei Stunden haben die Männer von der Zarrentiner Laufgruppe am Silvestertag das Eis zerhackt, damit überhaupt Platz ist zum Eintauchen. "Bislang war der See immer eisfrei, zum ersten Mal überhaupt mussten wie klopfen", sagt Thomas Weber. Er hatte vor fünf Jahren die Idee für das Eisbaden. "Anfangs waren wir Läufer noch unter uns", sagt er. Heute ist das Eisbad im Schaalsee ein einziges Spektakel. Viele kommen in Kostümen, es gibt Glühwein, Apfelpunsch für die Kinder und warmes Essen. Die Schaulustigen drängen sich am Ufer. Punkt 12 Uhr zündet Weber die Rakete und die Eisbader stürmen unter dem Jubel des Publikums ins Wasser. "Bloß nicht lange fackeln", sagt sich Karin Siemers. "Wenn man anfängt zu zögern, hat man verloren." Sie ist die erste, die bis zum Hals eintaucht. Später, mit einem Glühwein in der Hand, wird sie schwärmen vom "Adrenalin-Kick", vom "wohligen Gefühl im warmen Mantel". "Mir ist kein bisschen kalt", sagt sie. "Das mache ich jetzt öfter."

Wie ihr geht es den meisten. Manche bleiben minutenlang im Wasser, setzen sich auf Eisschollen und schwimmen ein paar Armzüge. Manche aber sind froh, es hinter sich zu haben. "Ich mache das hier nur, um ein Versprechen zu halten", sagt Petra Pasternak. Für die 19-Jährige war es das erste und letzte Bad im Eis. "Das nächste Mal stehe ich im Wintermantel auf dem Steg und sage: So mutig war ich auch schonmal."

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