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Lokales

26. September 2017 | 23:54 Uhr

Abzweig-Pfeil zur A 24 verschwindet

vom

svz.de von
erstellt am 21.Jul.2011 | 06:07 Uhr

Wittstock | Gut zweieinhalb Kilometer der Autobahn 24 von Berlin in Richtung Hamburg standen gestern im Fokus eines Vor-Ort-Termins der Autobahn-Unfallkommission. Konkret begutachteten Vertreter von Polizei und Landesbetrieb Straßenwesen den Abschnitt im Bereich der Raststätte Prignitz-Ost und dem Autobahndreieck Wittstock/Dosse, in dem Autofahrer die Beschilderung offenbar falsch interpretieren und die Abfahrt zur Raststätte fälschlicher Weise für das Autobahnkreuz selbst halten. Eine Änderung der Schilder soll nun Abhilfe schaffen.

Der erste Hinweis auf die Raststätte Prignitz-Ost steht 1500 Meter vor der Ausfahrt. Kurz darauf kündigt ein Hinweisschild das Autobahndreieck Wittstock/Dosse an, wo sich die A 24 Richtung Hamburg und die A 19 nach Rostock trennen. Direkt auf die Ausfahrt zur Raststätte folgt eine Schilderbrücke, die den Abzweig der A 24 von der A 19 in 750 Metern vorweg nimmt. Offenbar reagieren hier ortsunkundige Autofahrer falsch und wollen im letzten Moment auf die vermeintliche Zufahrt zur A 24 wechseln.

Bereits mehrfach war es hier zu teils schweren Unfällen gekommen. "Seit 2008 ereigneten sich an dieser Stelle insgesamt zehn Verkehrsunfälle mehreren verletzten und zwei getöteten Person", sagt Manja Stolz, Pressesprecherin des Schutzbereichs Ostprignitz-Ruppin. Das jüngste Unglück ereignete sich am 11. Juli, als ein 21-Jähriger Citroen-Fahrer laut Zeugenaussagen zwischen der Anschlussstelle Herzsprung und dem Autobahndreieck Wittstock/Dosse auf Höhe der Raststätte Prignitz/Ost nach rechts von der Fahrbahn abkam und an der Auffahrt zur Raststätte gegen den Kopfbogen der Seitenschutzplanke stieß. Dabei wurde die 19-jährige Beifahrerin im Fahrzeug eingeklemmt und verstarb an ihren

schweren Verletzungen. Der Fahrer, eine 20-jährige Mitfahrerin und ein 21-jähriger Mitfahrer wurden schwer verletzt, am Fahrzeug entstand Totalschaden.

"Die Ermittlungen zu den Unfällen ergaben mehrfach vorzeitig falsche Fahrstreifenwechsel Richtung A 24 nach Hamburg als Ursache", so Stolz. Weitere Ursachen seien unaufmerksame Fahrweise sowie Fahren unter Alkoholeinfluss gewesen. Zudem hätten zwei Unfallfahrer ausgesagt, ihr Navigationsgerät habe sie bereits an der Raststätten-Ausfahrt angehalten, die Spur zu wechseln. "Aus Sicht vieler Verkehrsteilnehmer ist die Beschilderung im Bereich der Zufahrt zur Raststätte Prignitz-Ost irreführend", erklärt Manja Stolz weiter. So seien einige der Unfallbeteiligten fälschlicherweise der Annahme gewesen, hier in Richtung Hamburg abbiegen zu müssen, bemerkten den Fehler zu spät und prallten in der Folge gegen die Schutzplanke.

Aufgrund der Unfallhäufung war die Beschilderung in diesem Bereich bereits mehrfach geändert worden. So erhielten die Baken, die die Ausfahrt zum Rasthof Prignitz-Ost ankündigen, zusätzliche Parkplatzschilder. Zudem weist ein Zusatzzeichen auf der Schilderbrücke direkt hinter der Ausfahrt die Autofahrer darauf hin, dass sich jene Fahrer, die der A24 folgen wollen, erst nach weiteren 750 Metern einordnen müssen.

"Künftig werden auf der Schilderbrücke, die unmittelbar hinter der Ausfahrt zum Rasthof steht, der Abzweigpfeil nach rechts fehlen und stattdessen zwei Geradeauspfeile klar machen, dass es zur A 24 weiter geradeaus geht", sagt Polizeisprecherin Manja Stolz. "So soll verhindert werden, dass die Autofahrer hektisch die Spur wechseln." Klaus Packroff, Sachgebietsleiter Verkehrssicherheit beim Landesbetrieb Straßenwesen, ergänzt: "Das ist eine vorläufige Maßnahme. Wir müssen sehen, wie sich die Unfallbilanz mit der neuen Beschilderung entwickelt, denn es fällt ja damit ein Hinweis auf das Autobahnkreuz weg. Möglicherweise schafft das neue Probleme, und wir müssen eine andere Lösung finden."

Voraussichtlich innerhalb der nächsten drei Wochen soll das neue Schild montiert werden.


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