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Neue Verbraucherzentrale: Geschenke in der Kritik : Abzocke-Vorwurf gegen die Wiro

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Das Rostocker Wohnungsunternehmen Wiro verschenkt alte Gasherde an seine Mieter - laut NVZ, um sich von Altlasten zu befreien. Ihr Vorwurf: Den Mietern sollen die Folgekosten der Geräte übergestülpt werden.

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erstellt am 21.Jan.2011 | 08:42 Uhr

Rostock | Das Wohnungsunternehmen Wiro verschenkt alte Gasherde an seine Mieter - laut Neuer Verbraucherzentrale (NVZ), um sich von Altlasten zu befreien. Ihr Vorwurf: Den Mietern sollen die Kosten für Wartung, Reparatur und Entsorgung der Geräte übergestülpt werden. Im Extremfall müssten sie sich selbst einen neuen Herd kaufen. "Der Vermieter wäre im Fall einer erfolgreichen Schenkung außen vor", sagt Dr. Jürgen Fischer, Vorstand der NVZ.

Betroffen sind laut Wiro-Angaben 1500 alte Verträge aus DDR-Zeiten, die noch die Nutzung eines Gasherds beinhalten. "Die Situation stellt sich aus unserer Sicht ganz anders dar", sagt Sprecherin Britt Serwatka. Den Haushalten sei angeboten worden, dass der Gasherd ohne Gegenleistung in ihren Besitz übergehe, mit allen Rechten und Pflichten. Alternativ würden ihnen Wartungskosten in Höhe von zehn Euro im Jahr auf die Miete aufgeschlagen.

Hintergrund sei eine Empfehlung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) aus dem vergangenen Jahr. Die sieht vor, Gasherde aus Sicherheitsgründen mindestens einmal im Jahr auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen. "Die Einhaltung der Regeln unterliegt keinem Zwang, sie sind jedoch Maßstab im Schadensfall und besitzen in Bezug auf das Haftungsrecht Gesetzescharakter", sagt Serwatka.

Von den Mietern habe sie bisher nur positive Rückmeldungen auf das Angebot erhalten. "Es hat sich kein einziger beschwert", so Serwatka. Viele hätten schon gar nicht mehr gewusst, dass ihr Gerät eigentlich der Wiro gehört, und es längst gegen ein besseres Modell ausgetauscht. Mit der einfachen Ausführung des Vermieters seien sie nicht zufrieden gewesen, begründet Serwatka. Die betreffenden Haushalte seien nun froh über die sich bietende Gelegenheit, den oftmals schon entsorgten Herd ohne Folgekosten los zu sein.

Wären die alten Geräte allerdings kaputt gegangen, hätte die Wiro Ersatz beschafft oder eine Reparatur veranlasst. Dafür müssten Mieter, die das Wiro-Gerät übernehmen wollen, nun selbst sorgen. "Bei unterlassener Instandhaltung der Gasherde übernehmen sie auch stillschweigend das Haftungsrisiko", sagt Fischer. Die Hauhalte seien daher gut beraten, nur die Wartungskosten zu zahlen. "Eine Übernahme verursacht nicht nur schwer überschaubare Kosten, sondern birgt Überraschungen", meint der Verbraucherschützer. Gerade bei älteren Geräten führe eine Überprüfung oftmals zu zum Teil sehr kostspieligen Folgereparaturen.

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