Abwasserverband erhöht Preise

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19. Dezember 2010, 06:39 Uhr

Prignitz | Für die Abwasserbeseitigung müssen viele Prignitzer seit diesem Monat tiefer in die Tasche greifen. Jedenfalls diejenigen, die im Zuständigkeitsbereich des Westprignitzer Trink- und Abwasserzweckverbandes (WTAZV) leben. So müssen Besitzer von biologischen Kleinkläranlagen statt wie bisher 26,50 Euro pro Kubikmeter Fäkalschlamm jetzt 38,04 Euro bezahlen. Für Abwasser aus abflusslosen Gruben bzw. Fäkalschlamm aus nicht biologischen Kleinkläranlagen erhöht sich dagegen der Preis pro Kubikmeter nicht. Allerdings werden hier die jährlichen Grundgebühren von 38,40 auf 66 Euro angehoben.

Warum die Steigerung für Fäkalschlamm aus biologischen Kleinkläranlagen, dafür seien doch hohe Investitionen notwendig gewesen? Außerdem sei der Schlamm doch schon sehr gut geklärt, so die Meinung von Besitzern solcher Anlagen. Silvia Klann, Verbandsvorsteherin des WTAZV, verweist zunächst darauf, dass Besitzer von Kleinkläranlagen mit den neuen Gebühren, die die Verbandversammlung beschlossen hat, keineswegs über Gebühr zur Kasse gebeten würden. Zum einen müssten sie laut Kommunalabgabengesetz des Landes Brandenburg keine Grundgebühr bezahlen. Zum anderen enthielten die konzentrierten Schlämme aus den biologischen Kleinkläranlagen organische und chemische Verbindungen, die mittels Sauerstoffzuführung in Kläranlagen des Verbandes abgebaut werden müssten. Diese Oxidationsprozesse, so erläutert der technische Leiter des WTAZV, Jörg Seidel, benötigten sehr viel Sauerstoff, das koste Energie. Und die, so Silvia Klann, ist teuer geworden. Waren 2008 im Abwasserbereich noch rund 360 000 Euro Stromkosten zu bezahlen, geht der WTAZV in diesem Jahr von 470 000 Euro aus. Insgesamt rechnet der Verband mit einer Kostenentwicklung von insgesamt 16 Prozent gegenüber 2009/10.

Zu Buche schlagen laut Geschäftsführerin zudem die Transportkosten, denn der Aufwand für die Abfuhr aus biologischen Kleinkläranlagen erhöhe sich im Vergleich zur gering anfallenden Menge. Zudem, so Seidel, könnte der Fäkalschlamm nicht immer in die nächstgelegene Kläranlage des Verbandes eingeleitet werden wegen der hohen Konzentration der Inhaltsstoffe.

"Wir haben das alles genau kalkuliert, und das gesondert für alle Kostenträger, damit die einzelnen Verursacher gerecht belastet werden", macht Silvia Kann deutlich. Eine solche Erhöhung sei kein leichter Schritt, doch nicht mehr abwendbar. "Wir haben die höheren Energiepreise 2009 und in diesem Jahr noch so weggesteckt, in dem wir den Instandhaltungsbereich ziemlich runter gefahren haben. Das aber geht auf Dauer nicht. Außerdem fallen zunehmend Ersatzinvestitionen für Leitungen und Anlagen an. Auch die müssen finanziert werden."

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