Abstrakte Bilder als Spiegel zur Seele

<strong>Die feinsinnigen wie abstrakten  Werke</strong> der Grabower Malerin  Karen Hinz geben dem Betrachter Raum, eigene Welten in der Fantasie entstehen zu lassen. <foto>Thorsten Meier</foto>
Die feinsinnigen wie abstrakten Werke der Grabower Malerin Karen Hinz geben dem Betrachter Raum, eigene Welten in der Fantasie entstehen zu lassen. Thorsten Meier

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18. April 2011, 01:57 Uhr

Grabow | Sie ist bislang unbekannt und dennoch durchaus begabt. Ihr Name ist Karen Hinz aus Grabow. Die junge Grafik-Designerin hat von 2009 bis 2010 ein Jahr an der Kunstschule Sønderborg in Dänemark absolviert. In ihren authentischen, tiefgründigen Arbeiten spiegeln sich ihre Innen- und Gefühlswelten wider. So entstanden beispielsweise die Bilder "Schrei" und "Quatro Strati".

"In meinen Werken möchte ich darstellen, was ich fühle und wer ich bin. Viele Menschen haben nicht den Mut dazu und verbergen sich. Anderen fällt es leichter, und solche Menschen wie ich haben die Möglichkeit, sich über ihre Arbeiten ausdrücken zu können und damit ihre Umwelt an ihrem Selbst teilhaben zu lassen", verrät die 23-Jährige, gefragt, woher sie ihre Motive nähme.

In Zusammenarbeit mit Daniel Lentz, einem Naturgartengestalter aus Grabow, können ihre 33 bisherigen Werke seit dem vergangenen Sonnabend als Ausstellung im Zebef Ludwigslust bewundert werden.

Neue Blickwinkel und Sehweisen in Farben festhalten

An Vernissagen und Arbeiten hat die 23-Jährige jedenfalls schon einiges vorzuweisen. 2008 "Jugend in Europa", 2009 "Lebensansichten" von Martin Homann, 2009/2010 Plakatausstellung "Von der Rolle" in Schwerin", 2010 Sønderjyllands Kunstskole Sønderborg, Dänemark, Juli/August 2010 "Spiegel des Inneren" bei Jacob Erichsen in Flensburg sowie September/Oktober 2010 "Landschaftsbilder" im Küsterhaus in Grabow.

Von 2005 bis 2008 ließ sich die junge Frau zur Grafik-Designerin ausbilden. 2008 bis 2009 absolvierte Karen Hinz das Fachgymnasium für Medien- & Gestaltungstechnik in Schwerin, belegte einen ILS-Fernlehrgang in Psychologie und weilte unlängst im Februar dieses Jahres zu einer Studienreise in Spanien und Marokko.

"Ich betrachte meine Welt mitunter etwas verfremdet, versuche neue Blickwinkel und Sehweisen in Farben festzuhalten", gesteht die gebürtige Grabowerin. Sie sei eine ruhelose Wanderin zwischen den künstlerischen Welten, verrät sie weiter. So wirken ihre Werke teilweise auch, als sei die Farbe von der Form befreit. Denn einerseits scheint die Oberfläche von ihren Bildern tatsächlich aufzubrechen. Andererseits fordern die abstrakten Werke den Betrachter auf, sich über Bildinhalte Gedanken zu machen und so in kreative Gefilde aufzubrechen. Wie die Künstlerin beim Schaffensprozess selbst. "Eigentlich bin ich ein Kopfmensch, der stark plant. Deshalb gefällt mir an der abstrakten, experimentellen Malerei die Möglichkeit loszulassen", erklärt Karen Hinz. Und bei ihren Bildern mit der scheinbar mehrschichtigen Oberfläche kann man den Spaß der Malerin am Experiment geradezu ertasten.

Wenn man es denn dürfte. Aber auch der Blick auf diese Werke ist spannend. Da öffnen sich Risse in der Oberfläche, die zart umspielt sind von Farben, da ergeben sich unerwartete Brüche - und mehrfach scheint sich Gegenständliches anzudeuten. "Mir macht es Spaß, wenn Leute vor meinen Bildern stehenbleiben und glauben, ein bestimmtes Motiv zu sehen. Darüber kann man dann auch gut ins Gespräch kommen", findet Karen Hinz.

Beim genaueren Betrachten der Bilder erschließt sich, was die Malerin damit zum Ausdruck bringen will: Es sind ihre sehr subjektiven Welten, die in den Bildern aufscheinen. Mit der "Realität", dem Abbilden der gegenständlichen Welt haben sie nichts zu schaffen. Das Bedürfnis nach freier, ungezwungener Beschäftigung brach sich bei ihr schon als Kind die Bahn. Die Beschäftigung mit Malerei, mit Farbmaterialien und Maltechniken verschafften ihr als Heranwachsende neue Zugänge zu ihrem Universum. Zahlreiche Reisen sorgen für neue Eindrücke und beeinflussen ihre Bilder. Gelegentlich mischen sich deshalb durchaus fassbare Elemente hinein: Landschaften, Stimmungen aus Licht und Farbe. So entstanden und entstehen recht unterschiedliche, vielfältige Farbwelten. Karen Hinz feinsinnige Werke geben dem Betrachter Raum, Eigenes in der Fantasie entstehen zu lassen.

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