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Lokales

20. Oktober 2017 | 01:47 Uhr

Abstimmung ist alles

vom

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erstellt am 06.Jun.2011 | 07:30 Uhr

Rostock | Es ist jeden Vormittag und jeden Abend das gleiche Bild auf den Straßen: Es staut sich und jedem Anfahren folgt ein Bremsen. Um die Nerven der Autofahrer in Zukunft ein wenig zu beruhigen, beschäftigt sich Christopher Jahn in seiner Diplomarbeit mit der Optimierung der Ampelphasen in Rostock. Die große Kreuzung am Hohlbeinplatz sowie die davor liegenden Ampeln scheinen dem 25-Jährigen Mathematikstudenten gute Studienobkejte zu sein, da es gerade dort zu Stoßzeiten zu Stauungen kommt.

Jahn studiert mittlerweile im zehnten Semester Mathematik an der Uni Rostock und hat sich im Nebenfach mit der Informatik beschäftigt. "Ich habe mein Studium in Richtung Numerik und Optimierung vertieft", so Jahn. In einem seiner letzten Seminare ging es um das Thema Mikroskopische Verkehrssimulation. Darin beschäftigte sich der Rostocker Student erstmals mit dem Thema Ampelschaltung und fand Gefallen daran, denn bei diesem Thema bekommt die oft so theoretische Mathamatik auch einen praktischen Bezug.

Vier Monate zur Fertigstellung

Bis er allerdings mit seinem Projekt beginnen kann, hat er noch zwei Diplom-Prüfungen zu bewältigen. Bis Ende des Jahres möchte Jahn spätestens sein Diplomarbeit fertig haben. Von der Anmeldung seiner Arbeit bis zur Fertigstellung bleiben dem Studenten gerade mal vier Monate Zeit. "Mein Thema ist sehr komplex und die letzten Absprachen mit meinem Betreuer Dr. Kurt Frischmut sind noch nicht abgeschlossen", sagt Jahn. Ampeleinstellungen, die aufeinander abgestimmt sind, bedürfen genauster Berechnungen. "Ich möchte mich zunächst bei der Stadt informieren, wie bisher die Ampelphasen aufeinander abgestimmt wurden", so Jahn. In anderen Großstädten wie etwa Hamburg gäbe es heute schon Ampeln, die über Kameras verfügen und die Ampelphasen nach aufkommenden Verkehr regeln.

Staus sind mathematisch betrachtet auf die so genannte Wellenausbreitung rückführbar. Wenn ein Fahrer beispielsweise an einer roten Ampel bremsen muss, wirkt sich das auf den ganzen hinter ihm liegenden Verkehr aus. Auch die Zeit des Anfahrens wirkt sich so auf den gesamten Verkehr aus. Bevor Jahn das konkrete Beispiel der Hohlbeinkreuzung mathematisch betrachten kann, wird er zuvor die allgemeine Wellenausbreitung im Verkehr mikroskopisch und makroskopische simulieren. Daraus soll dann ersichtlich werden, wann und wo welche Grün- und Rotphasen sinnvoll sind, um Staus zu verhindern. Jahns Ziel ist es, die Ampeln so einzustellen, dass Autofahrer am Ende nicht eine grüne Ampel überfahren und einige Meter weiter wieder an einer Roten halten müssen. Jahn sagt:"Das ständige Anfahren und Abbremsen ist nicht nur für die Autofahrer lästig, sondern hat auch einen negativen Einfluss auf die Umwelt, denn so wird besonders viel Kohlenstoffdioxid emittiert."

Ob die Hansestadt Rostock Jahns Ergebnisse am Ende auch in die Praxis umsetzt werden kann, ist noch fraglich. Dazu muss er erst einmal sein Vorhaben bei den entsprechenden Behörden vorstellen.

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